Zwölf Teams Im Nordwesten:
Hier können Sie American Football spielen

                                                      

Von den Oldenburg Knights über die Emden Tigers bis zu den Jade Bay Buccaneers: Die „Pille für den Mann“ wird auch in unserer Region immer populärer. Dabei ist der knochenharte US-Sport nicht unbedingt ein billiges Vergnügen.

Oldenburg In den USA ist American Football die Sportart Nummer eins, die in der Nacht von Sonntag auf Montag deutscher Zeit (1 Uhr/live bei Sat 1) mit dem Super Bowl wieder ihren Höhepunkt findet – in Deutschland tritt sie allmählich aus der Nische hervor. Im Nordwesten versuchen sich inklusive der Groningen Giants aus den Niederlanden mittlerweile zwölf Mannschaften im Laufen, Passen, Blocken und Fangen. Ein weiteres Team befindet sich in Aurich zurzeit im Aufbau, das den Namen „Eastfrisian Ducks“ tragen soll.

Aufgrund des hohen Bedarfs an Spielern und der teuren Ausstattung ist die Etablierung eines Clubs im Ligabetrieb kein leichtes Unterfangen. Ohne einen Mutterverein im Rücken, der an einen und vor allem an die Sportart glaube, sei es schwierig, erläutert der Vorsitzende der Oldenburg Knights, Rainer Borkmann.

Die Mitgliederverwaltung der „Ritter“ übernimmt der VfL Oldenburg, so dass sich die Verantwortlichen in der Abteilung American Football (nach Ringen die zweitjüngste der Grün-Weißen) auf das Sportliche konzentrieren können. Der Regionalligist will mittelfristig in die zweite Liga, die GFL 2 (German Football League 2), vorstoßen.

Die Standorte in Westerstede (Kreis Ammerland) und Nordenham (Wesermarsch) haben andere Probleme. Die Wölfe und die Bullocks sind aktuell für keine Liga gemeldet. Die Westersteder kooperierten einige Zeit mit den Emden Tigers, die in der Landesliga starten. Hier tritt neben Zeven (Rotenburg) und Wilhelmshaven auch die zweite Oldenburger Mannschaft an, die Outlaws (GVO).

Über fehlendes Personal können sich die Knights, im Nordwesten das am höchsten eingestufte Team, nicht beklagen. „Wir beantworten beinahe täglich Anfragen von Interessierten jeder Altersklasse“, sagt Borkmann. Gerade aus der Zielgruppe der 13- bis 16-Jährigen, die sich die Sportart vor allem im Fernsehen anschauen würden, bekämen sie viel Zulauf, ergänzt A-Jugend-Trainer Holger Völling.

Wenn Borkmann vom Trainingsequipment erzählt, fallen Begriffe wie „speed ladder“ und „blocking shields“. Ersteres meint eine Leiter, die Koordination und Schnelligkeit stärkt und auch beim Tennistraining zum Einsatz kommt. Mit Hilfe der „blocking shields“ proben Footballer das Blocken und Wegschieben des Gegners, um Mitspielern das Laufen oder Werfen zu ermöglichen. Ebenfalls nicht fehlen dürfen sogenannte Block- und Sprintschlitten. „Hier haben wir das ein oder andere selber gebaut. Mit ein paar Handwerkern im Team kein Problem“, erläutert Borkmann.

Ebenfalls ins Geld gehen Helm, gepolsterte Kleidung und geeignetes Schuhwerk. „Für die Grundausrüstung sind dann Beträge ab 300 Euro aufwärts fällig“, sagt Borkmann. Hinzu kommen die Bälle. Ein Spielgerät fürs Match koste zwischen 60 und 80 Euro: „10 bis 20 schaffen wir jede Saison neu an.“ Vor allem im Jugendbereich greifen die Knights auf Leihausrüstung zurück, „da die Eltern beim Wachstum ihrer Sprösslinge sonst beinahe halbjährlich die Ausrüstung aufstocken müssten“, erklärt Borkmann. Finanzielle Unterstützung gebe es durch Sponsoren und Privatspenden.

Abgesehen von oftmals einem halben Dutzend Trainern für die verschiedenen Mannschaftsteile und Spielsituationen gehört bei einer Kadergröße von bis zu 50 Akteuren die Logistik zu den wichtigsten Aspekten. „Zu unseren Auswärtsspielen chartern wir Busse, leider teilweise mit Fahrtkostenanteil für die Spieler“, sagt Borkmann. Der Vorteil: Bei Heimspielen packen alle mit an, um den Aufbau zu bewerkstelligen.

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  miarhpe 05.02.2016, 16:54:55
Toller Artikel, der unseren Sport vermutlich noch einmal präsenter machen wird.

Leider hat sich ein zweiter Fehler eingschlichen, der für uns als Football-Team sehr unglücklich ist:

Die Westersteder Wölfe nehmen in 2016 am offiziellen Spielbetrieb teil!

Wenn also jemand aus dem Bereich Ammerland/Landkreis Leer und umzu Interesse hat, American Football zu spielen, muss er nicht nach Oldenburg oder Emden fahren, um am Liga-Betrieb teilzunehmen!

Ansonsten sehr gerlungen!
  vkleinschmidt 05.02.2016, 10:06:34
Toller Artikel über einen wunderbaren und spannenden Sport!
Leider hat sich ein Fehler eingeschlichen! Die Knights sind nicht im Nordwesten das am höchsten eingestufte Team, dieses sind die Ritterhude Badgers, die in dieser Saison erstmalig GFL 2, also quasi in der zweiten Liga spielen! Als einziger Club in unserer Region!

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