OLDENBURG, 2. Juni 2010


Abwehrchefin sprengt den Finanzrahmen

Handball Natalja Parchina erhält keinen neuen Vertrag beim VfL Oldenburg


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Verlässt Oldenburg: Natalja Parchina BILD: Herrnberger  Bild vergrößern

von Otto-Ulrich Bals

Oldenburg - Handball-Bundesligist VfL Oldenburg muss sich nach einer neuen Abwehrchefin umsehen. Sportlich und menschlich unumstritten, muss sich der Club aus finanziellen Gründen von Natalja Parchina trennen. Die 33-jährige Russin spielte seit 2007 beim deutschen Supercupgewinner, gewann 2008 mit dem VfL den europäischen Challenge-Cup und ein Jahr später den DHB-Pokal.

„Natalja hat eine anerkannte Vorbildfunktion in der Mannschaft, aber dennoch müssen wir der finanziellen Gesamtsituation Rechnung tragen und gleichzeitig an den weiteren Ausbau einer zukunftsorientierten Mannschaft denken“, begründete Peter Görgen, Bundesliga-Geschäftsführer des VfL, den Verzicht auf die 25-fache russische Nationalspielerin.

Trainer Leszek Krowicki wird diese Begründung sicher nicht gerne gehört haben, räumte aber ein: „Ich muss das akzeptieren. Unsere finanzielle Lage ist gut und sicher, aber dennoch erlaubt sie uns keine großen Sprünge.“ Nicht nur für Krowicki gilt Parchina als die beste Abwehrspielerin der Liga. „Natalja hatte sicher einen großen Anteil an den Erfolgen der vergangenen Jahre“, weiß der VfL-Coach. „Jetzt sind wir gefordert, andere taktische Maßnahmen zu finden und ich bin mir sicher, dass uns dies gelingen wird.“

Ohne Parchina verfügt Krowicki nun über sechs Rückraumspielerinnen für die kommende Saison. Im Kader stehen nach wie vor Angie Geschke, Sabrina Neuendorf und Julia Wenzl. Letztere soll wieder von der Linksaußenposition in den Rückraum rücken. Zum VfL stoßen zudem die beiden jungen Niederländerinnen Lois Abbingh (17 Jahre) und Laura van der Heijden (19) sowie Lydia Jakubisova (28), die vom Ligakonkurrenten DJK Trier nach Oldenburg kommt. Görgen: „Mit der Verpflichtung Jakubisovas war klar, dass es schwer werden wird, Natalja zu halten.“

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