Ausflug mit Hindernissen
Handball VfL Oldenburg übersteht Buspanne und landet Zittersieg in Trier
Die Niederländerin Laura van der Heijden (Mitte) führte die VfL-Frauen mit neuen Toren zum Sieg in Trier BILD: Kai Niemann 
von Otto-Ulrich Bals
Trier - Den Oldenburgerinnen war bei der Anreise am Sonnabend nach Trier auf der Raststätte Münsterland ein kleines Missgeschick passiert. Nach einem kurzen Stopp war der Dieselmotor des Mannschaftsbusses nicht mehr angesprungen. Mit vereinten Kräften schoben die VfL-Frauen kurzerhand den Bus an. Es ging weiter. Eine Sicherung war durchgebrannt. Auch den zweiten Zwischenfall der zweitägigen Bundesliga-Tour in Deutschlands Südwesten überstanden die Oldenburgerinnen glimpflich: Abstiegskandidat DJK Trier stand am Sonntag schon kurz vor der Sensation, ehe das Team von Trainer Leszek Krowicki in der hektischen Schlussphase den 32:30 (17:20)-Zittersieg doch noch perfekt machen konnte.
„Das war kein guter Handball von uns. Es gab Momente, in denen ich einige meiner Spielerinnen nicht verstanden habe“, befand Krowicki. Trier, keinesfalls ein übermächtiger Gegner, wusste die Oldenburger Aussetzer zu nutzen. Nach der 5:3-Führung (8. Minute) erspielten sich die „Miezen“ sogar einen Fünf-Tore-Vorsprung (19:14/26.). Krowicki machten dabei vor allem die 20 Gegentreffer allein in der ersten Halbzeit zu schaffen.
Seine Spielerinnen hatten in der Deckung – sowohl in der 6:0- als auch in der 5:1-Formation – keine Einstellung zum Gegner gefunden. Dazu griffen beide Torfrauen zu oft ins Leere. Tess Winter und die in der 22. Minute eingewechselte Julia Renner konnten vor der Pause lediglich drei Bälle abwehren. Auf der Gegenseite glückten den VfL-Frauen selten einmal sehenswerte Angriffsaktionen.
Oldenburg, in der zweiten Halbzeit mit einer Umstellung in der Deckung auf eine 3:2:1-Variante, steigerte sich nach der Kabinenansprache von Krowicki, ohne aber souverän aufzutreten. „Wir haben bis zum Schluss mit Herz, aber nicht mit dem Kopf gespielt“, meinte Krowicki, der Trier in der 43. Minute (23:20) noch immer mit drei Toren in Führung liegen sah. Laura van der Heijden war es, die den Favoriten mit ihrem Treffer zum 26:25 (51.) endlich in Führung bringen konnte.
Spätestens jetzt wurde es hektisch: Trier witterte weiter seine Chance und erzwang den 28:28-Ausgleich (56.). Krowicki protestierte, für ihn hatte Torschützin Jasmin Kukic-Radojicic einen Schrittfehler begangen. Die Schiedsrichter sahen das anders und sprachen gegen Krowicki eine Zeitstrafe wegen Meckerns aus. In Unterzahl (Wiebke Kethorn saß die Strafe ab) sorgten schließlich Angie Geschke und van der Heijden für die Vorentscheidung – und ein glückliches Ende.
@http://www.NWZonline.de/vflhandball Vor zwei wichtigen Heimspielen steht der VfL Oldenburg an den beiden kommenden Sonntagen. Am 26. Februar gastiert Meister Thüringer HC in der EWE-Arena. Eine Woche später (4. März) kommt Zweitligist TuS Metzingen zum Pokal-Viertelfinale. Beginn ist jeweils um 16.30 Uhr.
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