OLDENBURG, 23. Februar 2012


Bundesliga-Spielsystem alarmiert Trainer

Handball Oldenburger Krowicki kein Freund der aktuellen Playoff-Regelung


von Otto-Ulrich Bals

Oldenburg - Im Bundesliga-Spitzenspiel des VfL Oldenburg gegen den Thüringer HC am Sonntag (16.30 Uhr, EWE-Arena) sind sie Gegner, als Kritiker an der Struktur und dem Modus der höchsten deutschen Spielklasse im Frauenhandball stehen sie Seite an Seite. „Das Spielsystem in der Bundesliga ist unverständlich und sportlich absolut unfair“, monieren die Trainerkollegen Leszek Krowicki (Oldenburg) und Herbert Müller (Thüringen).

Krowicki und Müller stehen mit ihrer Meinung nicht alleine da. Speziell in den Spitzenclubs formiert sich eine Opposition gegen den aktuellen Modus mit einer Normalrunde und anschließender Playoff-Runde. So hat Trainer Dirk Leun vom Buxtehuder SV bereits einen Gegenvorschlag zu Papier gebracht, und auch Renate Wolf, Trainerin von Bayer Leverkusen, wünscht sich eine Reform.


Zu wenig Heimspiele
Derzeit bilden zwölf Clubs die Frauen-Bundesliga. Nach der Normalrunde (Hin- und Rückspiele) spielen die Teams auf den Plätzen 1 bis 8 in einer K.o.-Runde (Hin- und Rückspiele; Playoff genannt) den deutschen Meister aus. Für die beiden Letztplatzierten (Absteiger) sowie für die Mannschaften auf den Tabellenrängen 9 und 10 ist die Saison nach Abschluss der Normalrunde sofort beendet.

Das führt dazu, dass diese Teams fünf Monate lang von Mitte April bis Mitte September kein Pflichtspiel in eigener Halle absolvieren. Dünnt der Spielplan durch den Rückzug eines Vereins wie in dieser Saison Sindelfingen weiter aus, so können sich die Mannschaften in der Normalrunde gerade zehnmal vor den heimischen Fans präsentieren.

„Das ist natürlich insgesamt viel zu wenig. Für alle: die Fans, die Sponsoren und die Sportler“, sagt Krowicki, der sich um die Präsenz des Frauenhandballs in Deutschland sorgt. Aber nicht nur die lange Pause und die wenigen Heimspiele wurmen den Oldenburger. „Der Playoff-Modus, der ja gar keiner ist, geht so gar nicht“, betont Krowicki und kann sich zukünftig statt der einfachen K.o.-Runde auch ein drittes und entscheidendes Spiel vorstellen.

ANZEIGE


Aufstockung der Liga
Mathematikdozent Müller würde sich am liebsten ganz von diesem Modus verabschieden. „Ich bin für eine Aufstockung der Liga auf 16 Mannschaften, 14 würden auch reichen. Dann spielen wir einen normalen Modus wie bei den Männern und am Ende wäre der Erste deutscher Meister“, sagt der THC-Trainer. Eine Änderung können nur die Clubs und der Ligaverband HBF herbeiführen. Der Spielplan für die Saison 2012/2013 steht bereits fest – gleichwohl können sich die Trainer eine Reform schon zur neuen Serie vorstellen.

 @ http://www.NWZonline.de/vflhandball





WEITERE ARTIKEL AUS DIESEM RESSORT
Es ist Europapokal und Oldenburg spielt nicht mit

24.05.2012 - Was im Fußball undenkbar erscheint, ist im Handball durchaus möglich: Der deutsche Pokalsieger verzichtet aus wirtschaftlichen Gründen auf einen Start im Europapokal der Pokalsieger. „Das kann passieren“, meinte Peter Görgen, Bundesliga-Geschäftsführer des VfL Oldenburg, schon vor Wochen.mehr

Nationalspielerinnen verlängern Verträge

16.05.2012 - Der deutsche Pokalsieger VfL Oldenburg kann auch in Zukunft mit seinen Jung-Nationalspielerinnen Kim Birke (24) und Julia Wenzl (22) planen. Sowohl die Linksaußen- als auch die Rückraumspielerin verlängerten ihre auslaufenden Verträge beim Handball-Bundesligisten um ein Jahr bis zum 30.mehr

VfL Oldenburg verlängert Verträge mit Leistungsträgerinnen

15.05.2012 - Frauenhandball-Pokalsieger VfL Oldenburg hat die Verträge mit den Nationalspielerinnen Kim Birke und Julia Wenzl sowie Rechtsaußen Jenny Winter um jeweils ein Jahr verlängert. Zudem rückt Rabea Neßlage aus der zweiten Mannschaft in den.mehr

Vier Oldenburgerinnen im Nationalteam

10.05.2012 - Die Anzahl von Oldenburger Spielerinnen in der deutschen Handball-Nationalmannschaft nimmt stetig zu: Bundestrainer Heine Jensen hat am Mittwoch Maike Schirmer (21) und Julia Wenzl (22) vom Pokalsieger VfL Oldenburg nominiert.mehr

Oldenburger Jubelwoche endet im Rathaus

05.05.2012 - Ein stolzer Clubchef, ein sprachloser Oberbürgermeister: Mit dem Empfang durch Stadtoberhaupt Gerd Schwandner am Freitagnachmittag im Alten Oldenburger Rathaus endete für die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg sozusagen offiziell eine Jubelwoche mit trainingsfreien Tagen und verschiedenen PR-Terminen.mehr

Anzeige
Umfrage

Welche Chancen räumen Sie der deutschen Elf bei der Fußball-EM ein?




Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Textfeld! Captcha
Marktplatz
Regional
Immobilien
Automarkt
Flohmarkt

Jobs
NWZ-Wetter
24 °C
10 °C
Details/Prognose Wetterwarnung Regenradar
 
RSS-Dienste RSS-Dienste | RSS-Dienste Webcams | Mobil | Kontakt | Impressum | Login
AktuellesAus der RegionKundenserviceMarktplatzRat und Tat