Handball:
Dulfer lässt Freundschaften kurz ruhen

Vizeweltmeisterin aus den Niederlanden trifft mit VfL Oldenburg auf SG Bietigheim

Nach WM-Platz zwei erlebte die 21-jährige Dulfer aufregende Tage. An diesem Mittwoch sieht sie drei weitere Vizeweltmeisterinnen wieder.

Oldenburg Ein bisschen anstrengend und aufregend waren sie schon, die vergangenen Wochen, gesteht Kelly Dulfer. Ein großer Empfang am Flughafen, viele Presse-Termine, auch in TV-Shows ist die 21-Jährige aufgetreten, seitdem sie mit der Handball-Nationalmannschaft ihres Heimatlandes Niederlande bei der WM in Dänemark sensationell Silber gewonnen hat. Spät abends am 2. Weihnachtstag sei sie erst wieder in Oldenburg angekommen. An diesem Mittwoch (19.30 Uhr, kleine EWE-Arena) kehrt die Abwehrspezialistin des VfL Oldenburg im Heimspiel gegen die SG Bietigheim in den Liga-Alltag zurück.

„Es waren tolle Wochen, der zweite Patz war für uns schon eine Überraschung“, sagt Dulfer im Gespräch mit der NWZ . Der Erfolg kam sogar so unerwartet, dass sich die Wahrnehmung des Sports in ihrer Heimat völlig verändert hat. „Handball ist in den Niederlanden eher klein. Aber auf einmal hat jeder über uns gesprochen. Wir haben den Sport ein bisschen bekannter gemacht“, berichtet Dulfer stolz.

Für die 21-Jährige, die erst im Sommer dieses Jahres von Sercodak Dalfsen nach Oldenburg gewechselt war, verlief die WM äußerst positiv. Dulfer erhielt viele Einsatzminuten, war mit 24 Blocks die in dieser Kategorie mit Abstand beste Spielerin der WM. „Ich bin unheimlich stolz auf Kelly, wie sie sich präsentiert hat“, lobt VfL-Trainer Leszek Krowicki.

An diesem Mittwoch trifft Dulfer mit den VfL-Frauen gleich auf drei weitere Vizeweltmeisterinnen. Tess Wester, von 2011 bis 2015 in Oldenburg, gastiert mit Bietigheim erstmals als Gegnerin in der kleinen Arena. Die 22-jährige Torfrau spielte eine überragende WM, wurde nach dem verlorenen Finale gegen Norwegen zur besten Torhüterin des Turniers gewählt. 43 Prozent aller Bälle wehrte Wester ab, zeigte in neun Spielen 120 Paraden.

„Wir haben uns noch nicht geschrieben“, erzählt Dulfer, „aber ich freue mich natürlich, sie wiederzusehen“. Das gleiche gilt für die beiden weiteren Niederländerinnen – Angela Malestein und Martine Smeets – im stark besetzten Kader des Clubs aus der Kreisstadt 20 Kilometer nördlich von Stuttgart. Auf dem Spielfeld aber, stellt Dulfler klar, muss die Freundschaft ruhen: „Sie sind Gegnerinnen, wir wollen alles geben und das Spiel gewinnen.“

Das wird zweifelsohne eine schwere Aufgabe für den Tabellenfünften aus Oldenburg (11:5 Punkte). Bietigheim (13:3) stellte sich vor der Saison ganz neu auf, hat neben dem Trio aus den Niederlanden in Susann Müller und Nina Wörz eine aktuelle und eine ehemalige deutsche Nationalspielerin in ihren Reihen. Die 35-jährige Wörz ist in Oldenburg ebenfalls eine alte Bekannte, spielte von 1997 bis 2000 für die VfL-Frauen. Zudem zählen einige Spielerinnen aus Norwegen und Dänemark zu Bietigheims Kader.

Müdigkeit aufgrund der aufregenden Wochen ist für Kelly Dulfer indes an diesem Mittwoch keine Ausrede. „Ich fühle mich gut“, sagt die Rechtshänderin. „Zudem“, schiebt Dulfer nach, „hat Bietigheim ja drei Niederländerinnen im Kader. Die müssten ja noch kaputter sein.“

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Lars Blancke

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30.12.2015
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