Beruf hat sich gewandelt
„Zunehmend erlernen auch Frauen den Beruf der Bestatterin“, weiß Anja Graalmann. Die Bestatterin vermittelt als Ausbilderin ihre Erfahrungen an Umschüler zur Bestattungsfachkraft.
Anja Graalmann lernte das Bestattungswesen im elterlichen Betrieb von Grund auf kennen und sieht ihre Berufswahl positiv, trotz der negativen Besetzung des Berufes. „Ich sehe mich als Begleiter von Menschen und erfahre auch, dass ich auch als Mensch wahrgenommen werde und nicht nur auf die Bestatterin reduziert werde“.
Der Beruf habe sich gewandelt, eine Bestatterin stehe den trauernden zur Seite, daher ist es wichtig, empathisch zu sein. Mit Sensibilität und Einfühlungsvermögen solle die Begleitung der Hinterbliebenen in allen Phasen der Trauer durchgeführt werden, erklärt Anja Graalmann.
In Deutschland ist der Beruf des Bestatters frei und ungeregelt. Er kann auch ohne geregelte Ausbildung oder Prüfung ausgeübt werden. Es gibt einen bundeseinheitlichen Ausbildungsberuf, den der Bestattungsfachkraft, sowie ein Bundesausbildungszentrum der Bestatter. Günstige Voraussetzungen, um den Beruf ergreifen zu können, sind eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, handwerkliches Geschick und Gespür im Umgang mit Menschen. Die Ausbildung dauert drei Jahre.
„In der Praxis kann nur bestehen, wer eine solide Ausbildung und profundes Wissen aufweisen kann“, weiß die Bestatterin.
Hinterbliebene wünschen heute selten eine einfache Bestattung, bei der der Verkauf eines Sarges im Mittelpunkt steht. Angehörige erwarten Dienstleistungen in den Bereichen Beratung, Betreuung und Organisation sowie detaillierte Kenntnisse rechtlicher, sozialer und fachlicher Belange rund um Tod, Trauer und Bestattung. Die Bestattungsvorsorge setzt Beratungs- und Betreuungskompetenz im Gespräch mit dem Vorsorgenden voraus.
Für Anja Graalmann steht die Versorgung des Verstorbenen unter dem Aspekt des höchsten Respekts. „Ich habe die richtige Wahl zu diesem Beruf getroffen. Ich sehe mich als Begleiterin und Helferin in schweren Stunden“.
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