Weser-Ems-Gebiet kommt besser durch das Tal
REGIONALWIRTSCHAFT Diverse Daten besser als im Bundesschnitt – Branchenmix wirkt stabilisierend
Oldenburg - Der Nordwesten hat es besser. Die Region hält sich in der Krise vergleichsweise wacker. „Wir kommen offensichtlich besser durch die Krise als andere“, meint Martin Grapentin, Vorstandsvorsitzender der Landessparkasse zu Oldenburg. Diverse Eckdaten fallen hier günstiger aus als im Bundesdurchschnitt.
So steigt etwa die Arbeitslosenzahl langsamer. In einigen Teilregionen des Oldenburger Landes und Ostfrieslands lag sie im August – entgegen dem gesamtdeutschen Trend – sogar unter dem Vorjahresstand! Die Kammern berichten auch von erneut steigenden Ausbildungszahlen.
Die Industrieproduktion ist nicht so tief eingebrochen wie im Bundesdurchschnitt. Und weniger Firmen sind in Existenznot: Die Insolvenzquote ist ebenfalls unterdurchschnittlich, wie der Verein Creditreform berichtete.
Einige Besonderheiten der Region wirken stabilisierend. Dazu zählen Fachleute z.B. den Branchenmix mit einem hohen Anteil der Nahrungsmittelproduktion. Viele Hersteller, wie z.B. Rügenwalder aus Bad Zwischenahn, steigerten ihren Umsatz trotz des schwachen Umfeldes. Zudem spielt sich im Nordwesten seit Jahren der Megatrend der Erneuerbaren Energien ab.
„Unsere Region profitiert von der starken Stellung der Branchen Ernährungswirtschaft, Tourismus und Erneuerbare Energien sowie eigenständiger regionaler Banken", fasst Dr. Joachim Peters, Hauptgeschäftsführer der Oldenburgischen IHK, zusammen. „Diese Bereiche haben den Abschwung gebremst.“
Zum günstigen Branchenmix kommt die Firmenstruktur hinzu. Typisch sei eben nicht der Großkonzern, sondern der Mittelständler, der alles persönlich verantwortet – und der sich schäme, wenn er jemals bewährte Mitarbeiter entlassen müsse, sagte Personalberater Clemens Schwerdtfeger aus Emstek. Dieser regionale Mittelstand wisse auch, wie mühsam es wäre, im nächsten Aufschwung wieder mühsam Fachkräfte zu suchen, meint Stephan-Andreas Kaulvers, Vorstandsvorsitzender der Bremer Landesbank.
Letztlich hätten viele Firmen in den letzten Jahren „eine beachtliche technologische und finanzielle Kraft sowie eine starke Marktposition erreicht“, sagt Peters (IHK). „Dies wird dazu beitragen, dass die Region gestärkt aus der derzeitigen Wirtschaftskrise hervorgeht.“
- Unternehmer, die diesen Namen verdienen, unternehmen etwas. Auch und gerade in Zeiten einer Krise. Unsere Sonderredaktion hat auch in diesem Jahr erneut zahlreiche positive Beispiele für Zuversicht und Leistungsfähigkeit in unserer Region gefunden.mehr
- Die Region hat ausgeprägte Stärken – flexible Mittelständler vor allem, die ihre Geschäftsfelder mit immer neuen Innovationen quasi alle paar Jahr neu erfinden. Doch die entstehende Metropolregion Bremen/Oldenburg im Nordwesten ist auch Schauplatz von Megatrends.mehr
- Rückblick: Der 30. August 2009, für manchen Cloppenburger ein ganz besonderer Tag. Auf der zweiten Etappe der Spanien-Rundfahrt sprintet Milram-Profi Gerald Ciolek zum Sieg. Und viele, viele Kilometer nordöstlich bricht der große Jubel aus – der erste große Erfolg bei einem der wichtigsten Radrennen der Welt.mehr
- Wer Windkraftanlagen fertigt, denkt in gigantischen Dimensionen: Auf dem rund 15 Hektar großen Firmengelände der BARD-Gruppe im Emder Außenhafen wird das schnell deutlich.
Das Unternehmen fertigt hier Rotorblätter, Komponenten aus glasfaserverstärktem Kunststoff und komplette Offshore-Windkraftanlagen in riesigen Hallen.mehr
- Tim Becker und sein Team sorgen dafür, dass die LzO in Oldenburg sprichwörtlich nicht auf Sand gebaut hat. Wortwörtlich schon: Denn sandiger Untergrund ist zum Bauen eigentlich gut geeignet, sagt Tim Becker.mehr


