Frischer Wind aus dem Nordwesten
GERMANWIND Netzwerk beteiligt sich an Spitzenclusterwettbewerb des Forschungsministeriums
Sorgen für frischen Wind aus dem Nordwesten (v. l.): Daniela Müllhäuser, Knud Rehfeldt, Gert Goch, Stephan Barth, Michael Sorg und Jan Rispens vom Windenergie-Cluster Germanwind BILD: FRANK JACOB 
VON FRANK JACOB
Oldenburg/Bremen - Frischer Wind aus dem Nordwesten: Unter diesem Motto haben Forschungsinstitute und Unternehmen aus dem Nordwesten ein Netzwerk gebildet, das unter dem Namen „Germanwind“ firmiert. Bei einem Spitzenclusterwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist Germanwind einer von zehn Finalisten.
„Wir streben bis 2015 einen wettbewerbsfähigen Preis für Windenergie an. Außerdem soll bis 2020 der Anteil der Windenergie an der elektrischen Energieversorgung auf 30 Prozent wachsen“, nennt Jan Rispens, Geschäftsführer der Windenergie-Agentur Bremerhaven/Bremen, die ehrgeizigen Ziele des Netzwerkes.
Rispens ist Mitglied einer Kerngruppe, die bis zum 9. Oktober eine detailliertere Bewerbung für die nächste Runde des Wettbewerbs ausarbeitet. Die Gewinner sollen am 25. Januar feststehen. Neben der Windenergie-Agentur zählen zu den Koordinatoren von Germanwind das Bremer Institut für Messtechnik, Automatisierung und Qualitätswissenschaft, das Zentrum für Windenergieforschung Forwind sowie die Stiftung Offshore-Windenergie. Die Windenergie-Agentur ist von allen anderen Partnern mandatiert worden, den Antrag für den Wettbewerb einzureichen.
Als Netzwerk sowie mit 14 Mitgliedern ist zum Beispiel auch das Energiecluster Oldenburg (Olec) vertreten.
Um die Ziele zu verwirklichen, müssen freilich die Windanlagen effizienter arbeiten und die Fertigungstechniken etwa durch den Einsatz neuer Materialien und eine optimierte Auslegung der Komponenten verbessert werden. Und hierfür ist das engere Zusammenrücken der Beteiligten unabdingbar.
„Die Teilnahme an dem Wettbewerb ist für uns schon ein großer Erfolg“, sagt Forwind-Geschäftsführer Stephan Barth und fügt an: „Es existiert inzwischen ein Ideenaustausch, den es vorher in dieser Intensität nicht gegeben hat.“ Da es sich im Falle der Windenergie um eine junge Branche handele, habe es bislang wenig Gemeinschaftsforschung gegeben.
Doch gerade das Zusammenrücken ist wichtig, um auf dem Gebiet der Windenergie weiterhin die Technologieführerschaft zu halten. Denn die Konkurrenz schläft nicht. „Im nordspanischen Navarra gibt es ein starkes Windenergie-Cluster“, sagt Michael Sorg, Abteilungsleiter Energiesysteme beim Bremer Institut für Messtechnik, Automatisierung und Qualitätswissenschaft. Und auch in Nordamerika und Südostasien sei Windenergie im Kommen.
Der Nordwesten biete jedoch eine einmalige Chance, da es auch hier bereits ein starkes Cluster gebe und die Region um Oldenburg und Bremen seit zwei Jahrzehnten Pionierregion für die Entwicklung der Windenergie in Deutschland sei. „Unternehmen und Institute der Metropolregion nehmen national und international eine herausragende Rolle in der Windenergieindustrie ein. Durch ein gezieltes strategisches Entwicklungsprogramm soll diese Position für den internationalen Wettbewerb weiter ausgebaut und abgesichert werden“, gibt Barth denn auch die Devise vor.
Sollte Germanwind zu den fünf Siegern des Wettbewerbes zählen, stünden dem Cluster bis zu 40 Millionen Euro als Co-Finanzierung zur Verfügung, die in 40 bis 50 Projekte, die jeweils von mehreren Partnern in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren verwirklicht werden sollen, investiert werden könnten.
www.germanwind.info
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