Geflügelspezialist setzt neue Maßstäbe
PHW-GRUPPE In Wildeshausen entsteht modernste Putenschlachterei Europas – 20 Millionen investiert
VON FRANK JACOB
Rechterfeld/Wildeshausen - Die schmale Straße schlängelt sich zwischen zahllosen Feldern hindurch. Nur ein riesiges Mischfutterwerk in der Ferne lässt erahnen, dass hier im ländlichen Rechterfeld (Landkreis Vechta) ein Großunternehmen seinen Hauptsitz hat: die PHW-Gruppe, Jahresumsatz rund zwei Milliarden Euro.
„Mit unserer Marke Wiesenhof sind wir in Deutschland die Nummer eins im Geflügelbereich“, sagt Peter Wesjohann, Vorstandsvorsitzender der PHW-Gruppe. Ende Juni hatte er die Geschäfte von seinem Vater Paul-Heinz Wesjohann übernommen. Nun führt er das Familienunternehmen in dritter Generation.
Nur wenige Kilometer entfernt vom Firmensitz entsteht zurzeit ein Vorzeigeprojekt: „In Wildeshausen errichtet die Firma Geestland-Putenspezialitäten GmbH die modernste Putenschlachterei Europas“, sagt Wesjohann. 20 Millionen Euro investiert die Gruppe an diesem Standort, 25 000 bis 30 000 Puten sollen hier voraussichtlich ab November, spätestens Dezember täglich geschlachtet werden. 100 neue Arbeitsplätze sollen in Wildeshausen entstehen.
„In Sachen Hygienestandards, Produktionsabläufe und Tierschutzbestimmungen werden wir Maßstäbe setzen“, ist sich Wesjohann sicher, der in der Region fest verwurzelt ist.
„Ich bin in Vechta geboren und in Rechterfeld aufgewachsen“, erzählt der Vorstandschef, der auch Vorsitzender des Sportvereins Arminia Rechterfeld ist.
Nach einer Banklehre und dem BWL-Studium erlernte er das Handelsgeschäft bei Aldi Süd. Anfang März 1999 entschied sich Wesjohann dann für das Familienunternehmen: Als damals 29-Jähriger startete er als Geschäftsführer für Marketing, Vertrieb und Produktentwicklung. Heute lobt er Rechterfeld als einen Standort, „an dem man sich wohlfühlen kann“.
Die derzeitige Wirtschaftslage sei für die PHW-Gruppe sogar ein Vorteil gewesen. „Die Verbraucher greifen eher zu Geflügelspezialitäten als zu Rindfleischprodukten“, sagt Wesjohann. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland steige, Geflügel sei ein Wachstumsmarkt, meint der Vorstandsvorsitzende.
Deswegen wird auch weiter in Produkte und Standorte investiert. Zuletzt wurde für 20 Millionen Euro in Rechterfeld die Brüterei modernisiert. Neben der Putenschlachterei in Wildeshausen wird der Standort Lohne ausgebaut.
www.phw-gruppe.de
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