Mit Rastedern wird gern auf Sand gebaut
VULHOP+BECKER Bodenerkundung gibt Aufschluss über Untergrund – Service immer mehr gefragt
VON ULRIKE GERARDS
Rastede - Tim Becker und sein Team sorgen dafür, dass die LzO in Oldenburg sprichwörtlich nicht auf Sand gebaut hat. Wortwörtlich schon: Denn sandiger Untergrund ist zum Bauen eigentlich gut geeignet, sagt Tim Becker. Sein Unternehmen, Vulhop+Becker aus Rastede, hat sich auf die Erkundung von Baugrundstücken in bodenmechanischer und hydrologischer Hinsicht spezialisiert. „Im gesamten Nordwesten Deutschlands gibt es keine zehn Betriebe, die diese Dienstleistung anbieten“, sagt Tim Becker.
Heute zwei Unternehmen
Die Geschichte von Vulhop+Becker begann 1926, als sich Willy Vulhop als Installateur und Kupferschmied selbstständig machte. 1963 kam sein Schwiegersohn Reinhold Becker dazu. Als Gas- und Wasserinstallateurmeister, Heizungsbauermeister und Brunnenbauermeister spezialisierten sie sich gemeinsam auf Brunnenbau und Baugrunderkundung. Von 1996 bis 2008 wurde Reinhold Becker durch seinen Sohn Olaf in der Unternehmensführung unterstützt. Nachdem sich Reinhold Becker Anfang 2008 zur Ruhe setzte, trat auch der jüngere Sohn Tim Becker als geschäftsführender Gesellschafter ein. Olaf Becker ist in diesem Jahr aus dem Unternehmen ausgeschieden, um sich mit der Firma Vulhop & Becker Erdwärme ganz auf den Sektor Erneuerbare Energien zu konzentrieren. Zurzeit berät Olaf Becker besonders auf dem Gebiet
der Photovoltaik.
Tim Beckers Kerngeschäft ist die Bodenerkundung. Ob Brücken, Kraftwerke oder Straßen – bei vielen größeren Bauvorhaben werden Becker und sein Team gerufen. „Dadurch sollen spätere Schäden an den Gebäuden verhindert werden. Bauherren können wirtschaftlicher planen, wenn sie wissen, ob zum Beispiel Tiefgründungen notwendig sind oder nicht“, so Becker.
Auch für den Neubau der LzO in Oldenburg hat das Team von Tim Becker die Untersuchungen vorgenommen. In dieser Region ist der Service gefragt. „Der Boden ist hier sehr differenziert, teils ist er tragfähig, teils aber auch nicht – wir haben sandigen Untergrund, aber auch ausgedehnte Moorbereiche, die ohne Vorkehrungen bei der Gründung nicht bebaubar sind“, so Becker.
In der Baugrunderkundung gibt es zwei Methoden: Zum Einen werden mit einer Bohrung Proben entnommen, anhand derer dann die einzelnen Schichten analysiert werden. Dies sind die sogenannten direkten Aufschlussmethoden. Eine indirekte Aufschlussmethode ist die Drucksondierung. Hier werden mit Hilfe einer Hydraulikeinheit und einem Gewicht von bis zu 20 Tonnen, Messsonden in den Untergrund gedrückt, um mit einer elektronischen Spitze den Eindringwiderstand, die Mantelreibung und gegebenenfalls den Porenwasserdruck zu messen. Diese Parameter geben dem Planer Aufschluss über den Untergrund und lassen auch auf die Art und Dimensionierung der Gründung schließen.
Schäden werden teuer
Als Folge des enormen Kostendrucks in der Baubranche ist mittlerweile eine genaue und wirtschaftliche Planung gefragt, findet Becker. Daher werde der Markt wohl weiter wachsen. Schon jetzt erwirtschaften die zehn Mitarbeiter einen Umsatz von 1,6 Millionen Euro im Jahr.
„Dass sich eine Investition in die genaue Analyse des Baugrundes gelohnt hat, wissen vor allem die Bauherren, die sich diese Kosten sparen wollten“, sagt Becker. Denn die müssen dann die Sanierung als Folge von Setzungsschäden bezahlen. Und das kann den Bauherren sehr teuer zu stehen kommen.
www.vulhop-becker.de
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