OLDENBURG, 18. Dezember 2010


Wie Mikrokredite wirklich helfen können

Weihnachtsaktion Geschäftemacher als Trittbrettfahrer – Projekt aus Weser-Ems setzt auf Ausbildung


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Zur Trust-Bank „Mamu-enami” (Gott gibt mir) in Ghana gehören diese Männer und Frauen – hier im Bild mit IHK-Präsident Karl Harms, Pastor Rüdiger Möllenberg und Ex-Bankchef Jochen Ewald aus Jever bei einem Besuch im Frühjahr 2008. BILD: Hanz  Bild vergrößern

Die geniale Idee der Armutsbekämpfung durch die Vergabe von kleinsten Darlehen hat auch Finanzinvestoren angelockt. Die Folgen sind teilweise dramatisch.

von Jürgen Westerhoff

Oldenburg - Zwei Jahre ist es her, dass die Leserinnen und Leser der NWZ  im Rahmen der Weihnachtsaktion 140 000 Euro für Mikrokredite in Ghana gespendet haben. Wie berichtet, wurde die Summe inzwischen zweimal überwiegend an Frauen ausgeliehen. Eine geniale Idee zur Armutsbekämpfung, weil mit dem eingesetzten Geld keine ehrgeizigen Renditeziele erfüllt werden sollen.

Das erfolgreiche Modell der Mikrokredite hat jedoch auch kommerzielle Trittbrettfahrer angelockt, denen es nicht um den sozialen Ansatz der Ursprungsidee geht, sondern die knallharte Eigeninteressen vertreten. Die „schwarzen Schafe“ des Gewerbes versuchen, möglichst hohe Zinsen zu erhalten, vergeben die Darlehen ohne sorgfältige Auswahl und Ausbildung der Kreditnehmer, begleiten sie nicht in ihrem Geschäft – und haben auf diese Weise für negative Schlagzeilen gesorgt, wenn beispielsweise verzweifelte Kreditnehmer sich das Leben nahmen.

Partner der NWZ -Weihnachtsaktion sind der Weser-Ems-Freundeskreis für Ghana und Opportunity International, die eine grundlegend andere Strategie verfolgen. „Uns geht es darum, die Kreditnehmer zunächst gründlich auszubilden, sie dann Gruppen bilden zu lassen, die später von uns weiterhin begleitet werden“, erläutert Jochen Ewald.

Der ehemalige Raiffeisen- Präsident von Weser-Ems gehört gemeinsam mit IHK-Präsident Dr. Karl Harms und Pastor Rüdiger Möllenberg zu den Repräsentanten des Weser-Ems-Freundeskreises, der sich bei regelmäßigen Besuchen vor Ort davon überzeugt, dass Mikrokredite, wenn sie denn seriös vergeben werden, wirklich helfen können.

Die drei Jeveraner wollen sich auch weiterhin für die gute Sache einsetzen und haben deshalb die Landwirtschaft im Norden Ghanas ins Visier genommen. Eine Aufgabe, die ganz besonders den Genossenschaftsexperten Ewald herausfordert – und auch dort sollen die seriösen Mikrokredite weiterhelfen.

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