Tod als Teil des Lebens sehen
Kirche Haus der Begegnung für die ambulante Hospizarbeit in Oldenburg übergeben
Im Haus der Begegnung: Pastor Klaus Backhaus (Mitte) erhält den symbolischen Schlüssel von den Architekten Raimund Exner (links) und Hans Georg Simon. BILD: Thorsten Helmerichs 
von Jürgen Westerhoff
Oldenburg - 13 Jahre dauerte die Planung, gelegentlich gab es Rückschläge, doch jetzt ist das Vorhaben fertig: Mit einer feierlichen Schlüsselübergabe wurde am Freitag in Oldenburg ein Haus der Begegnung für die ambulante Hospizarbeit im Oldenburger Land in Betrieb genommen.
Als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Evangelischer Hospizdienst Oldenburg freute sich Pfarrer Klaus Backhaus, dass es gelungen sei, das wichtige „Zwischenziel“ zu erreichen. Das Haus an der Haareneschstraße 62 solle einen Beitrag dazu leisten, dass Tod und Sterben häufiger als wichtiger Teil des Lebens gesehen würden. Insgesamt gebe es noch große Defizite bei der Betreuung sterbender Menschen und ihrer Familien. Backhaus unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit auf diesem Gebiet.
Außerdem dankte er allen Spendern, die das Bauprojekt unterstützt hätten. Den Grundstock für die Finanzierung hatten vor zwei Jahren die Leserinnen und Leser der Nordwest-Zeitung gelegt, als sie im Rahmen der NWZ -Weihnachtsaktion insgesamt 260 000 Euro für die ambulante Kinderhospizarbeit spendeten. Backhaus: „Ich bin jedem einzelnen für seinen Beitrag zutiefst dankbar.“
In dem neuen Haus der Begegnung gibt es neben den Arbeitsplätzen der hauptamtlichen Mitarbeiter Räume für die Aus- und Weiterbildung der insgesamt 120 ehrenamtlichen Hospizkräfte sowie Möglichkeiten für unterschiedliche Veranstaltungen.
In einem Vortrag über „Todeskonzepte und Todespolitik der modernen Medizin in einer alternden Gesellschaft“ warnte Prof. Dr. Andreas Zieger vor einem inhumanen Umgang mit Kranken, Schwachen und Sterbenden. Auch Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner und die Kuratoriumsvorsitzende der Hospizstiftung, Germaid Eilers-Dörfler, würdigten in ihren Grußworten die Bedeutung des neuen Hauses.
An diesem Sonnabend gibt es von 14 bis 18 Uhr für alle Interessierten die Möglichkeit, das Haus der Begegnung und die ambulante Hospizarbeit sowie den Kinderhospizdienst bei einem „Tag der offenen Tür“ kennenzulernen. Geboten werden neben einer Kaffee- und Kuchentafel verschiedene Aktionen sowie Kurzvorträge.
- In der kommenden Woche geht die Weihnachtsaktion zu Ende – aber schon jetzt ist erkennbar, dass das erhoffte Ergebnis erreicht werden kann. Da der aktuelle Kontostand von mehr als 134 000 Euro noch steigen wird, kann der Baby-Notarztwagen, für den die Spenden gedacht sind, schon bald bestellt werden.mehr
- Gleich zwei Konzerte gab die Big Band der städtischen Musikschule Oldenburg im Dezember zugunsten der NWZ -Weihnachtsaktion. Unter der Leitung von Philipp Pumplün begeisterten die Musiker ihre Zuhörer wenige Tage vor Weihnachten im Oldenburger Kulturzentrum PFL.mehr
- Unterstützung für die NWZ -Weihnachtsaktion gab es in diesem Jahr durch den Oldenburger Friseursalon „Werner“ in der Eichenstraße 45. Inhaber Rudolf Werner hat eine Sammeldose zugunsten des Baby-Notarztwagens aufgestellt, die von seinen Kunden in den vergangenen Wochen reichlich „gefüttert“ wurde.mehr
- Mit einem Großeinsatz am Waffeleisen beteiligte sich auch in diesem Jahr wieder der Landfrauenverein Hammelwarden-Brake an der NWZ -Weihnachtsaktion. Auf dem traditionellen Schneeflöckchenmarkt verkauften die Landfrauen knusprige Neujahrskuchen für den guten Zweck.mehr
- Adventszeit in Oldenburg – das ist inzwischen ohne den besonderen Adventskalender der Lions Clubs nicht mehr vorstellbar. Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich diese Aktion zu einem Renner entwickelt, der in Oldenburg zur Vorweihnachtszeit gehört wie der Lambertimarkt in der Innenstadt.mehr


