Werders Spiel fehlt es an Ideen
Fußball 1:1 gegen Hoffenheim – Klaus Allofs kritisiert Erwartungshaltung
Werder Bremens Kapitän Clemens Fritz schlägt enttäuscht die Hände an den Kopf. Sein Team spielte zum vierten Mal in Serie unentschieden. BILD: dpa 
von Peter Gerke
Bremen - Der späte Ausgleich konnte über die Ernüchterung nicht hinwegtäuschen. „Das Remis ist zu wenig, um oben zu bleiben“, bekannte Werder Bremens Kapitän Clemens Fritz. „Wir müssen mehr Punkte haben“, stimmte Markus Rosenberg nach dem vierten Unentschieden des Fußball-Bundesligisten in Folge mit ein.
Arnautovic trifft spät
Dass es am Sonnabend gegen 1899 Hoffenheim immerhin zu diesem einen Zähler reichte, war Marko Arnautovic zu verdanken, der in der 90. Minute zum 1:1-Endstand traf. Dass es kaum mehr hätte werden können, lag am schwachen Bremer Offensivspiel – es wirkte über weite Strecken planlos, den Gastgebern mangelte es an Ideen.
„Es hat sich fortgesetzt, was wir in den letzten Spielen gesehen haben“, befand Thomas Schaaf. „Wir betreiben viel Aufwand, machen aber auch viele Fehler“, erklärte der Werder-Trainer: „Dadurch haben wir keine Ruhe und keine Klarheit in den Aktionen.“
Fritz monierte, dass man „nicht zwingend genug“ war. „Wir haben den Ball zu schnell verloren“, beklagte Rosenberg, der dafür aber auch mitverantwortlich zeichnete. „Dann haben wir es mit langen Bällen probiert, das hat auch nicht geklappt“, ergänzte der Stürmer.
Für Klaus Allofs kommen die Schwächen im Spiel der jungen Bremer Mannschaft – das Durchschnittsalter betrug an Sonnabend 23,7 Jahre – nicht von ungefähr. „Ich bin erschrocken ob der Erwartungshaltung“, sagte der Geschäftsführer und erklärte: „Das muss man anders bewerten. Wir haben viele junge Spieler, andere waren länger verletzt. Da fehlt der Spielrhythmus.“ Man müsse sich zwar weiterentwickeln. Dass Werder immer noch auf Platz fünf steht, zeige aber, dass „wir so schlecht nicht sind, wie es manche hier von außen wahrnehmen“.
So war den Bremern Bemühen, Einsatz und Kampf auch dieses mal nicht abzusprechen. Spielerisch aber fehlte die Kreativität. „Sechser“ Philipp Bargfrede agierte bissig, offenbarte im Spielaufbau aber erneut Schwächen. Spielmacher Mehmet Ekici enttäuschte abermals. Für ihn kam Marko Marin zur zweiten Halbzeit und brachte zumindest phasenweise etwas mehr Schwung.
Im Sturm strahlten Rosenberg und Arnautovic, der am Ende rechtsaußen spielte und sich dort steigerte, nicht zum ersten Mal wenig Torgefahr aus. Denn blitzte Werders Potenzial ab und an doch auf, konnten Rosenberg (21.), der eingewechselte Niclas Füllkrug (78.) oder Arnautovic (90.+3) die Chancen nicht nutzen. Torjäger Claudio Pizarro wurde schmerzlich vermisst.
Schwäche bei Eckbällen
Und auch beim frühen Rückstand durch Jannik Vestergaard (4.) offenbarten die Bremer alte Probleme. Im dritten Spiel in Folge kassierten sie ein Tor nach einer Ecke. „Das darf uns nicht passieren. Wir haben darüber gesprochen“, war Fritz verärgert. Man müsse bei Standardsituationen aufmerksamer sein und sich gegenseitig unterstützen, so der Kapitän.
Hinzu kamen Abspiel- und Stockfehler im Spielaufbau, die den Hoffenheimern Chancen ermöglichten. Mit diesen gingen aber auch die Gäste fahrlässig um.
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