Wiese sieht noch viel Potenzial
Fußball Nationaltorwart lobt die jungen Wilden – Werder sucht richtige Mischung
Jung und Alt vereint: Werders Nationaltorwart Tim Wiese (30) und der Grieche Sokratis (23) BILD: dpa 
von Peter Gerke
Bremen - „Weiterentwickeln“ gehört zu den Wörtern, die von Spielern und Verantwortlichen von Werder Bremen zuletzt am häufigsten zu hören waren. Gesagt, getan: So setzt der Fußball-Bundesligist derzeit verstärkt auf junge Spieler, neun von 13 eingesetzten Akteuren beim 1:1 gegen 1899 Hoffenheim waren 23 Jahre oder jünger. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, meint Trainer Thomas Schaaf. Doch die erste richtige Bewährungsprobe steht seiner Elf mit den jungen Wilden wohl am kommenden Sonnabend (15.30 Uhr) bevor. Dann tritt der Tabellenfünfte Werder zum brisanten Nordderby beim Zehnten Hamburger SV an.
„Die Jungs sind total engagiert, sie laufen wie verrückt, kämpfen“, lobte Routinier Tim Wiese den Nachwuchs. Eigenschaften, die im Derby von Bedeutung sein werden. „Das haben wir letztes Jahr total vermisst. Da haben wir viele Spiele einfach abgegeben“, ergänzt der 30-Jährige, vielleicht auch mit Blick auf das 0:4 beim HSV vor einem Jahr.
Das alleine wird für einen Europapokalplatz aber kaum reichen. So wird es Aufgabe der Routiniers sein, die Jungen zu unterstützen. „Natürlich müssen wir auch aufpassen, die Balance zwischen Jung und Alt zu halten. Ich weiß heute auch besser, was zu machen ist, als zu Beginn meiner Bundesligazeit“, sagt Wiese. Da kommt die Rückkehr von Gelbsünder Claudio Pizarro gegen den HSV gelegen. „Dann haben wir wieder neue Möglichkeiten. Auch das hilft, uns weiterzuentwickeln“, blickt Geschäftsführer Klaus Allofs voraus.
Wiese geht das Nordduell optimistisch an. „Wir haben da schon tolle Erfolge gefeiert und fahren da gerne hin“, sagt der Torwart. Ob auch Mehmet Ekici eine weitere Bewährungschance erhält, ist nach dem schwachen Auftritt gegen Hoffenheim indes fraglich. Allofs stärkte ihm aber den Rücken. „Die Beurteilung der jungen Spieler ist manchmal unrealistisch. Ihm fehlt die Sicherheit. Natürlich muss er sich verbessern, aber das gilt für viele Spieler.“ Und so konstatiert Marko Arnautovic: „Wir sind eine junge Mannschaft. Aber wir entwickeln uns, das sieht man.“
Teil dieser Entwicklung soll in der neuen Spielzeit wohl auch Johannes Wurtz vom 1. FC Saarbrücken werden. Nach Informationen der „Saarbrücker Zeitung“ erhält der 19-jährige Stürmer, dessen Vertrag beim Drittligisten am Saisonende ausläuft, an der Weser einen Zweijahresvertrag.
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