BREMEN, 18. Februar 2012


Derby liefert viele Geschichten

Bundesliga Werder Bremen und Hamburger SV treffen zum 96. Mal aufeinander


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Werder beendete mit dem 3:2 am 29. Januar 1983 die HSV-Serie von 36 Partien ohne Niederlage: (von links) Manfred Kalz, Rudi Völler, Frank Neubarth und Uli Stein BILD: imago  Bild vergrößern

Im Januar 1983 beendeten die Bremer die längste HSV-Erfolgsserie aller Zeiten. Eine Papierkugel sorgte 2009 für Furore.

von Stefan Freye

Bremen - Er konnte sich doch tatsächlich nicht mehr daran erinnern. „Papierkugel?“, fragte Werder-Profi Claudio Pizarro, angesprochen auf das kleine Knäuel, das eine große Bedeutung hatte beim Fußball-Nordderby gegen den Hamburger SV vor knapp drei Jahren. Aber wer will es dem Bremer Stürmer verdenken.

An diesem Sonnabend (15.30 Uhr) geht in Hamburg das 96. Bundesligaduell zwischen dem HSV und Werder Bremen über die Bühne. Auch in der früheren Oberliga und diversen Pokal-Wettbewerben gab es so viele Geschichten, dass durchaus mal etwas verloren gehen kann. Oder man macht es wie Klaus Allofs. „Die Derbys, die nicht erfolgreich waren, habe ich einfach vergessen“, meinte Werders Geschäftsführer zur Geschichte des brisanten Duells.

Richtig spannend wurde es nach Einführung der Bundesliga 1963. Zuvor hatte Werder in 25 Oberligaduellen zwar knapp vorn gelegen (13:12). Aber die Meisterschaften waren oft an die Hamburger gegangen.

Als die von Ernst Happel betreute Mannschaft 1982 nicht nur den Titel holte, sondern saisonübergreifend auch 36 Spiele (378 Tage) ohne Niederlage blieb, wurde die Konkurrenz schon unruhig. Aber es gab ja noch den alten Rivalen aus der Nachbarschaft. Am 29. Januar 1983 besiegten die Bremer den HSV mit 3:2 und beendeten die bis heute längste Erfolgsserie der Liga. Am Ende der Saison allerdings blieb dem Team von Otto Rehhagel nur der zweite Platz hinter den Hamburgern.

Ein Karabinerhaken im Tor des Volksparkstadions spielte am 20. September 1989 beim 4:0 des HSV eine unglückliche Rolle. Ditmar Jakobs rutschte in die Netzbefestigung, verletzte sich schwer am Rücken und musste seine Karriere vorzeitig beenden.

Von Nils Bahr hat man nach seinem Einsatz im Derby der Saison 1992/93 auch nicht mehr viel gehört: 20 Minuten vor Beginn des Spiels in Bremen erfuhr der Keeper, dass er zum Einsatz kommt. Anschließend gewann Werder dank des unglücklich agierenden HSV-Torwarts 5:0, zog am vorletzten Spieltag noch an den Bayern vorbei und gewann den Titel.

Aber was sind all diese Geschichten gegen die 19 Tage im Mai 2009? Gleich viermal traten die Bremer damals gegen den HSV an – und setzten sich jeweils durch. Im Halbfinale des DFB-Pokal warfen sie den HSV zum Auftakt durch ein 4:2 nach Elfmeterschießen raus.

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Im Uefa-Pokal-Halbfinale drehte Werder eine 0:1-Hinspielniederlage durch den 3:2-Sieg im Rückspiel in Hamburg und zog ins Endspiel ein. Dabei spielte die von Pizarro vergessene Papierkugel eine Rolle. Das aus dem HSV-Block geworfene Hindernis lenkte den Ball nach einem Pass von Michael Gravgaard zur Ecke ab. Diese nutzte Frank Baumann zum vorentscheidenden 3:1.

Alles Schnee von gestern? Nein! „Ich erwartete ein intensives Spiel, aber intensiv sind diese Derbys ja eigentlich immer“, meint Werder-Trainer Thomas Schaaf.

 @  http://www.NWZonline.de/werder




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