Derby liefert viele Geschichten
Bundesliga Werder Bremen und Hamburger SV treffen zum 96. Mal aufeinander
Werder beendete mit dem 3:2 am 29. Januar 1983 die HSV-Serie von 36 Partien ohne Niederlage: (von links) Manfred Kalz, Rudi Völler, Frank Neubarth und Uli Stein BILD: imago 
von Stefan Freye
Bremen - Er konnte sich doch tatsächlich nicht mehr daran erinnern. „Papierkugel?“, fragte Werder-Profi Claudio Pizarro, angesprochen auf das kleine Knäuel, das eine große Bedeutung hatte beim Fußball-Nordderby gegen den Hamburger SV vor knapp drei Jahren. Aber wer will es dem Bremer Stürmer verdenken.
An diesem Sonnabend (15.30 Uhr) geht in Hamburg das 96. Bundesligaduell zwischen dem HSV und Werder Bremen über die Bühne. Auch in der früheren Oberliga und diversen Pokal-Wettbewerben gab es so viele Geschichten, dass durchaus mal etwas verloren gehen kann. Oder man macht es wie Klaus Allofs. „Die Derbys, die nicht erfolgreich waren, habe ich einfach vergessen“, meinte Werders Geschäftsführer zur Geschichte des brisanten Duells.
Richtig spannend wurde es nach Einführung der Bundesliga 1963. Zuvor hatte Werder in 25 Oberligaduellen zwar knapp vorn gelegen (13:12). Aber die Meisterschaften waren oft an die Hamburger gegangen.
Als die von Ernst Happel betreute Mannschaft 1982 nicht nur den Titel holte, sondern saisonübergreifend auch 36 Spiele (378 Tage) ohne Niederlage blieb, wurde die Konkurrenz schon unruhig. Aber es gab ja noch den alten Rivalen aus der Nachbarschaft. Am 29. Januar 1983 besiegten die Bremer den HSV mit 3:2 und beendeten die bis heute längste Erfolgsserie der Liga. Am Ende der Saison allerdings blieb dem Team von Otto Rehhagel nur der zweite Platz hinter den Hamburgern.
Ein Karabinerhaken im Tor des Volksparkstadions spielte am 20. September 1989 beim 4:0 des HSV eine unglückliche Rolle. Ditmar Jakobs rutschte in die Netzbefestigung, verletzte sich schwer am Rücken und musste seine Karriere vorzeitig beenden.
Von Nils Bahr hat man nach seinem Einsatz im Derby der Saison 1992/93 auch nicht mehr viel gehört: 20 Minuten vor Beginn des Spiels in Bremen erfuhr der Keeper, dass er zum Einsatz kommt. Anschließend gewann Werder dank des unglücklich agierenden HSV-Torwarts 5:0, zog am vorletzten Spieltag noch an den Bayern vorbei und gewann den Titel.
Aber was sind all diese Geschichten gegen die 19 Tage im Mai 2009? Gleich viermal traten die Bremer damals gegen den HSV an – und setzten sich jeweils durch. Im Halbfinale des DFB-Pokal warfen sie den HSV zum Auftakt durch ein 4:2 nach Elfmeterschießen raus.
Im Uefa-Pokal-Halbfinale drehte Werder eine 0:1-Hinspielniederlage durch den 3:2-Sieg im Rückspiel in Hamburg und zog ins Endspiel ein. Dabei spielte die von Pizarro vergessene Papierkugel eine Rolle. Das aus dem HSV-Block geworfene Hindernis lenkte den Ball nach einem Pass von Michael Gravgaard zur Ecke ab. Diese nutzte Frank Baumann zum vorentscheidenden 3:1.
Alles Schnee von gestern? Nein! „Ich erwartete ein intensives Spiel, aber intensiv sind diese Derbys ja eigentlich immer“, meint Werder-Trainer Thomas Schaaf.
@ http://www.NWZonline.de/werder
- Ganz hinten ist schon einmal alles geklärt. Vier Torhüter und fünf Innenverteidiger stehen nach einer ungewöhnlichen Transfer-Offensive zur Mitte dieser Woche im Profikader von Werder Bremen. Die Problemzone des Fußball-Bundesligisten liegt indes weiter vorne: Zwei neue Stürmer muss Geschäftsführer Klaus Allofs nach dem Verlust von Claudio Pizarro noch suchen.mehr
- Werder Bremen hat seine Personalplanungen für die kommende Saison mit zwei Neuverpflichtungen und einer Vertragsverlängerung am Mittwoch vorangetrieben. Als Zugänge präsentierte der Fußball-Bundesligist den Abwehrspieler Assani Lukimya-Mulongoti von Fortuna Düsseldorf und den Nachwuchs-Torwart Richard Strebinger (Hertha BSC).mehr
- Werder Bremen hat den Abwehrspieler Assani Lukimya-Mulongoti von Fortuna Düsseldorf verpflichtet. Der 26-Jährige unterschrieb nach Angaben des Fußball-Bundesligisten am Mittwoch einen Vertrag bis 2015.mehr
- Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat auf den Abschied seines langjährigen Stammtorhüters Tim Wiese reagiert und Raphael Wolf als Ersatz verpflichtet. Der 23-jährige Deutsche spielte zuletzt in Österreich beim Bundesliga-Absteiger SV Kapfenberg und erhält nach Werder-Angaben einen Dreijahresvertrag bis 2015.mehr
- Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat den Torhüter Raphael Wolf verpflichtet. Der 23-jährige Deutsche spielte zuletzt in Österreich beim Absteiger SV Kapfenberg und erhält nach Werder-Angaben einen Dreijahresvertrag bis 2015.mehr


