Pizarro spornt junge Garde mit Lob an
Fußball Werders Torjäger erleichtert nach Ende der Unentschiedenserie – Gegen Nürnberg nachlegen
von Olaf Ulbrich
Bremen - Gerade noch einmal gut gegangen: Als Werders Top-Stürmer Claudio Pizarro nach dem 96. Nordderby am Sonnabend beim Hamburger SV durch den Kabinengang der WM-Arena eilte, rutschte er mit dem rechten Stollenschuh auf dem glatten Fliesenboden weg. Mit dem linken Fuß fand er jedoch Halt auf einem Teppich und bewahrte das Gleichgewicht.
Die Szene hatte Symbolcharakter für den Bremer Fußball-Bundesligisten – Werder hat seinen Stand wiedergefunden. Spielerisch stark verbessert hat die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf die Serie von fünf Unentschieden in Folge mit dem 3:1-Sieg beim Erzrivalen an der Elbe beendet. „Wir haben viele Spiele gemacht, aber keinen Sieg eingefahren. Deshalb war dieser Erfolg nach den ganzen Unentschieden enorm wichtig“, sagte Pizarro.
Garant für den Erfolg gegen vor allem in der zweiten Halbzeit drückende Hamburger war die spielerische Steigerung im Gegensatz zu den vorangegangenen Partien. „Wir haben in der Vorwoche sehr viel trainiert“, begründete der Peruaner die Leistungssteigerung. Vor allem eine intensive Videoanalyse des letzten Heimspiels gegen 1899 Hoffenheim (1:1) habe gefruchtet. „Der Trainer hat uns aufgezeigt, wo wir Fehler gemacht haben“, berichtete der 33-Jährige: „Thomas Schaaf hat uns auf das Spiel in Hamburg sehr gut vorbereitet.“
Angetan zeigte sich Pizarro auch vom Auftritt seiner noch sehr jungen Teamkollegen. „Ich bin sehr zufrieden mit ihnen“, sagte er und freute sich vor allem darüber, dass der erst 18-jährige Tom Trybull kurz vor dem Seitenwechsel Werder mit dem 2:0 auf die Siegerstraße gebracht hatte. Dennoch nahm er die Jungspunde von der Weser auch in die Pflicht: „Sie sollten auf diesem Niveau weitermachen“, forderte der Routinier Pizarro.
Klaus Allofs lobte ebenfalls die bundesliga-unerfahrenen Talente nach dem ersten Auswärtssieg des Jahres. „Das ist toll für die jungen Spieler, sich in so einer heißen Atmosphäre zu behaupten“, sagte der Werder-Geschäftsführer: „Es war mit Sicherheit das beste Auswärtsspiel der Saison.“
Diese Leistung müsse das Team aber auch weiterhin abrufen, meinte Allofs mit Blick auf das nächste Heimspiel am Sonnabend (18.30 Uhr) gegen den 1. FC Nürnberg. Denn: „Wir haben unser Ziel klar definiert: Wir sehen uns auf Platz fünf“, betonte Allofs. Ein Einzug in den internationalen Wettbewerb wäre nach einem Jahr ohne Europacup-Teilnahme im Hinblick auf die weitere finanzielle Zukunft des Clubs ungeheuer wichtig.
Der Derby-Sieg kam den Bremern dabei genau zur richtigen Zeit. „Es war ein guter Moment, um hier zu gewinnen“, befand Allofs, der die Hamburger immer noch als einen der Mitkonkurrenten auf die Qualifikation zur Europa League sieht: „Wir wollten den HSV auf Distanz halten“ – Werder hat als Tabellenfünfter derzeit einen festen Stand.
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