Ekici bei Werder nur noch zweite Wahl
Fußball Fünf-Millionen-Transfer erfüllt Erwartungen nicht – Mittelfeldspieler rennt Form hinterher
von Carsten Lappe Und Olaf Ulbrich
Bremen - Die Karriere von Mehmet Ekici ist ins Stocken geraten. Seit seinem Wechsel für rund fünf Millionen Euro vom 1. FC Nürnberg zu Werder Bremen im vergangenen Sommer stößt der Fußballprofi permanent an seine Grenzen. 18 Bundesligaspiele absolvierte Ekici für Werder bisher. Kein einziges ging dabei über die volle Distanz – überzeugen konnte der 21-jährige türkische Nationalspieler nicht. „Bei allem Respekt für Nürnberg, aber Werder ist eine andere Nummer“, sagte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs dieser Tage über das Bremer Sorgenkind, das unerwartet große Anpassungsprobleme hat.
Sein bislang einziges Werder-Tor erzielte Ekici in der Hinrunde gegen seinen Ex-Club Nürnberg. Ansonsten verbuchte er nur eine Torvorlage. Wenn die Franken an diesem Sonnabend (18.30 Uhr) zum Rückspiel nach Bremen kommen, sitzt der Mittelfeldspieler wohl nur auf der Bank. Spätestens seit Marko Marins starker Leistung beim 3:1 am vergangenen Sonnabend beim Hamburger SV ist Ekici nur zweite Wahl.
Der Ex-Nationalspieler hat auf der „Zehner-Position“ momentan klar die Nase vorne. „Ich will natürlich auch am Sonnabend wieder so eine Leistung bringen wie im Spiel gegen den HSV“, hatte Marin schon nach dem Spiel in Hamburg gesagt. Ekici wird das ebenfalls registriert haben.
All dieses macht dem jungen Profi, der in der vergangenen Saison noch großen Anteil am Nürnberger Aufschwung hatte, offenbar zu schaffen. Reden möchte der in München geborene Türke derzeit nicht. „Man merkt, dass er viel nachdenkt“, sagte Werder-Kapitän Clemens Fritz.
An fußballerischer Qualität mangelt es nicht. Aber Ekici scheint blockiert. Ob es der Druck der Millionen-Ablöse ist, der Druck, an Werders berühmten früheren Spielmachern Johan Micoud, Diego oder Mesut Özil gemessen zu werden? Vielleicht sind es auch die eigenen Ansprüche, die zu groß sind. Nach seinem Wechsel litt Ekici zudem unter Leistenproblemen, später unter einer Bauchmuskelzerrung.
Diese Probleme sind nun überwunden. Das Winter-Trainingslager im türkischen Belek sollte sein „Neuanfang“ werden. „Ich will zu einem großen Spieler reifen“, sagte Ekici damals. Offensichtlich beschlichen Allofs und Trainer Thomas Schaaf dort schon Zweifel nach der verkorksten Hinrunde des Zugangs. Im Januar holte Werder in Zlatko Junuzovic einen weiteren Konkurrenten. „Es ist immer gut, wenn jemand kommt, der uns weiterhelfen kann“, sagte Ekici tapfer.
Im Team haben sie fast Mitleid mit ihrem jungen Kollegen. „Memo ist ein ausgezeichneter Fußballer. Werder hat ihn ja nicht umsonst geholt“, sagte Marko Arnautovic über Ekici: „Jeder ist verzweifelt, wenn er nicht spielt. Es klappt halt noch nicht so.“
Auch wenn Ekici, der im Training immer wieder seine Klasse aufblitzen lässt, beim Spiel gegen seine alten Kollegen wohl zuschauen muss, ist für Kapitän Fritz eines klar: „Er ist immer noch ein fester Bestandteil der Mannschaft“ – immerhin.
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