Werder Bremen:
Grillitsch! Yes!

Der 20-jährige talentierte Österreicher glänzt im defensiven Mittelfeld und gehört zu den Gewinnern der vergangenen Woche. Die Bremer haben derzeit Ärger mit seinem Heimatverband.

Bremen/Oldenburg Thomas Eichin hatte seinen persönlichen Mann des Tages ganz schnell ausgemacht. Noch auf dem Spielfeld marschierte der Sportchef von Fußball-Bundesligist Werder Bremen nach dem 4:1 gegen Hannover 96 auf Florian Grillitsch zu, legte beide Hände um dessen Hals und guckte dem Österreicher freudestrahlend ganz tief in die Augen.

„Das ist allererste Sahne, was Florian da momentan abspult“, war Eichin später dann auch voll des Lobes über das 20-jährige Talent, das in der Englischen Woche in den Partien gegen Darmstadt (2:2), in Leverkusen (4:1) und eben beim erlösenden zweiten Heimsieg der Saison gegen die 96er eine für ihn völlig neue Rolle im zentralen defensiven Mittelfeld ausfüllte.

Guten Morgen, liebe Werder-Fans! Danke für den super Support gestern und einen schönen Sonntag.

Posted by SV Werder Bremen on Sonntag, 6. März 2016

Grillitsch ist zweifellos einer der Profiteure, seitdem Trainer Viktor Skripnik eben nicht mehr mit zwei Stürmern, sondern einer 4-1-4-1-Taktik agieren lässt. Der gebürtige Neunkirchener fungiert seitdem als Bindeglied zwischen den beiden Viererketten in Abwehr und Mittelfeld, kann hier seine Laufstärke und seine Übersicht ausspielen. Weil er eigentlich mehr in der Offensive zu Hause ist, setzt Grillitsch trotz seiner defensiven Grundausrichtung auch immer wieder Impulse in der Offensive. Drei Treffer hat er in dieser Spielzeit bisher vorbereitet sowie einen Tor beim 3:1-Pokalsieg im Viertelfinale bei Bayer Leverkusen erzielt.

Weil der 20-Jährige, der seit 2013 im Verein ist und sich zunächst über gute Leistungen in der Reserve für die Profis empfahl, ehe er in dieser Saison seinen Durchbruch in der Bundesliga schaffte, aktuell so wertvoll ist, treibt Eichin eine Vertragsverlängerung mit Grillitsch voran. „Wir werden jetzt etwas konkretere Gespräche führen“, verriet der Sportchef am Sonnabend nach kurzem Zögern. Bis 2017 läuft der Vertrag des Senkrechtstarters zwar noch, andere Vereine sollen aber gar nicht in Versuchung kommen, den Österreicher abzuwerben. Schließlich passt Grillitsch mit seinem Werdegang und unbestrittenen Talent perfekt zu dem von den Bremern oft zitierten Werder-Weg, bei dem junge und eben nicht zu teure Spieler gefördert werden sollen.

Der 1,87 Meter große Rechtsfuß ist derzeit nicht nur für Werder, sondern auch für den österreichischen Verband unverzichtbar – und das zieht Ärger nach sich. Die Bremer hatten über das angeblich bevorstehende A-Nationalmannschaftsdebüt ihres Profis berichtet. Der ÖFB gab daraufhin aber bekannt, dass die Nominierung von Grillitsch für die anstehenden Länderspiele gegen Albanien (26. März) und die Türkei (29. März) keineswegs sicher sei.

Es seien lediglich die Clubs jener Spieler, die für den Kader infrage kämen, vorab informiert worden. Die offizielle Bekanntgabe erfolgt erst am 17. März. Grillitsch war in einer Werder-Mitteilung wie folgt zitiert worden: „Ich freue mich riesig. Es war immer mein Traum, bei der A-Nationalmannschaft dabei zu sein.“ Bestätigt der 20-Jährige seine Leistungen, ist eine Nominierung aber wohl ohnehin nur eine Frage der Zeit.


     www.nwzonline.de/werder 

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Lars Blancke

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