Protest Wegen Klassenfahrten:
Buh-Rufe in Brake für Kultusministerin

Das ist kein Heimspiel für Frauke Heiligenstadt.1000 Gymnasiasten stellen sich der Kultusministerin beim Schulbesuch am Mittwoch mit Plakaten in den Weg.

Brake Statt „Hallo, liebe Frau Ministerin“, schreien Frauke Heiligenstadt (SPD) 1000 Gymnasiasten ihren Nachnamen entgegen, gefolgt von „wir haben’s satt“. Reimt sich schön, hört sich für die Ministerinnenohren aber offenbar nicht so schön an. Denn: Zügigen Schrittes marschiert die oberste Bildungshüterin durch die Gasse, die ihr die demonstrierenden Schüler gelassen haben. Hinein ins Gebäude der Integrierten Gesamtschule Brake (IGS).

Die liegt direkt gegenüber des Gymnasiums und ist ihr eigentliches Ziel. Dort will sich Heiligenstadt über das Ganztages-Programm informieren. Gemeinsam mit der SPD–Landtagsabgeordneten Karin Logemann besucht Heiligenstadt an diesem Mittwoch mehrere Schulen im gesamten Kreisgebiet.

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„Wir sind enttäuscht, dass Frau Heiligenstadt nicht das Gymnasium besucht“, sagt Johannis Wilbertz (17), Schulsprecher des Gymnasiums. Doch hinter dem Protest der 1000 Schüler steckt mehr als gekränkte Eitelkeit: „Durch die systematische Aufwertung der Integrierten Gesamtschulen, an denen man das Abitur machen kann, wird unser Abitur abgewertet“, sagt Wilbertz. Es fehle an Lehrerstellen, es gebe außerdem keine Lösung für den Wegfall der Klassenfahrten. Gymnasiallehrer hatten sie boykottiert, weil sie per Gesetz eine Stunde mehr arbeiten müssen. „Unsere Klassenfahrten wollen wir zurück, deshalb protestieren wir“, sagt Schülerin Josefie. Außerdem bräuchte das Braker Gymnasium mehr Politiklehrer, auch das ist auf einigen Protestplakaten zu lesen.

Vier Tage lang haben die Schüler Plakate gemalt. „Wir wollen Lehrer ohne Burnout“, „Wir wollen Klassenfahrten“ und „Ein Herz für Lehrer“, sind einige der Botschaften für Heiligenstadt. Immerhin: Die Ministerin nimmt sich Zeit für ein Krisengespräch mit Schulsprecher Wilbertz und dessen Kollegin Lotta Köhlke (16). „Ihre Aussagen waren mir zu schwammig“, sagt Wilbertz hinterher auf NWZ -Nachfrage. Auf das Klassenfahrten-Problem habe die Ministerin „gar nicht geantwortet“, sagt Köhlke enttäuscht. Trotzdem: „Toll, dass sie überhaupt mit uns gesprochen hat.“


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Buh-Rufe in Brake für Kultusministerin
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07.05.2015
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