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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Diebe bleiben im Matsch stecken

23.01.2016
NWZonline.de NWZonline 2016-01-23T05:21:47Z 280 158

Nordenhamer Vor Gericht:
Diebe bleiben im Matsch stecken

Nordenham/Oldenburg Nach einer abenteuerlichen Geschichte hat das Oldenburger Landgericht am Freitag einen 28 Jahre alten Mann aus Nordenham vom Vorwurf des gemeinschaftlich begangenen schweren Diebstahls freigesprochen. Damit hob die Berufungskammer ein Urteil des Amtsgerichtes Nordenham r auf. Das hatte den Angeklagten zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Bei dem Verfahren ging es um Vorkommnisse in der Nacht zum 11. Mai 2014 am Frisiaweg in Atens. Damals wollten Diebe Module von einem Solarpark stehlen. Um die schwere Beute mitnehmen zu können, waren sie mit einem Transporter auf den angrenzenden Hundeübungsplatz gefahren. 40 Module standen zum Verladen bereit.

Als der Transporter noch näher an die Beute herangefahren werden sollte, geschah es: Die Diebe blieben mit dem Fahrzeug im schlammigen Boden stecken. Stundenlang versuchten sie, den Wagen wieder flott zu bekommen. Doch der versackte immer tiefer, bis nur noch ein Teil aus der Erde ragte.

Der Vorstand des Hundesportvereins, der das Dilemma am nächsten Tag bemerkte, dachte an eine illegale Abfallbeseitigung. Die Diebe hatten den Transporter, nachdem das Kennzeichen abgeschraubt war, zurückgelassen.

Weil es am Frisiaweg schon häufiger zu Einbrüchen gekommen war, fuhr die Polizei dort vermehrt Streife, so auch in der besagten Nacht. Sie konnte auf dem Frisiaweg dann einen Mercedes stoppen. Im Auto saßen der Angeklagte und ein Beifahrer. Beide Männer waren völlig verdreckt. Von dem festgefahrenen Transporter wusste die Polizei zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Deswegen durften die Männer weiterfahren.

Erst am anderen Tag war alles klar. Der Transporter und die abgeschraubten Module wurden entdeckt. Halter des Fahrzeugs war der Angeklagte, der in der Nacht kontrolliert worden war. Derartige Taten sind dem vorbestraften Mann nicht fremd. So stand seine Schuld eigentlich schon fest.

In Oldenburg erzählte er aber eine abenteuerliche Geschichte, die ihm nicht zu widerlegen war. Bekannte, deren Namen er nicht nennen möchte, hätten damals seinen Transporter ausgeliehen. Nachts habe er dann einen Anruf erhalten. Nun habe er erfahren, dass sein Fahrzeug für einen Diebstahl ausgeliehen und jetzt festgefahren worden sei. Er sei sofort zum Tatort gerast, um zu helfen, den Transporter aus dem Matsch zu schieben. Dabei sei das Fahrzeug versunken. Mit dem Diebstahl habe er nichts zu tun, so der Angeklagte.

Nach dem Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ sprach das Gericht ihn frei.