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NWZonline.de Region Wesermarsch Blaulicht

Koch attackiert: Bewährungsstrafe

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Attacke Auf Chefkoch:
Tellerwäscher aus Jade wieder auf freiem Fuß

Jade Der Tellerwäscher aus Jade, der vor zehn Jahren in der Küche eines italienischen Restaurants in der Oldenburger Innenstadt den Chefkoch mit einem Fleischermesser attackiert hat, ist am Freitag zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Oldenburger Schwurgerichtskammer wertete die Tat als gefährliche Körperverletzung. Den ursprünglichen Tatvorwurf des versuchten Totschlags ließ die Kammer fallen. Ein Tötungsvorsatz am Küchenherd ließ sich nicht feststellen.

Am Tattag hatte der Angeklagte in Abwesenheit des Kochs mit den Salaten begonnen, statt die Teller zu reinigen. Als der Koch kam und das sah, entbrannte zwischen den beiden Männern ein heftiger Streit, der dann in einer handfesten Schlägerei endete. Kellner mussten die Männer trennen. Dann hatte der Angeklagte den Feststellungen zufolge ein Fleischermesser mit einer Klingenlänge von 30 cm ergriffen und es in Richtung des Bauches des Kochs gestoßen. Der Koch konnte aber die Klinge ergreifen und dem Angeklagten das Messer aus der Hand ziehen. Dabei hatte er sich schwere Handverletzungen zugezogen.

Man wisse, dass es in Restaurant-Küchen mitunter hart zugehe, aber schlagen und stechen dort gehe gar nicht, sagte der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann zum Angeklagten. Der 43-jährige aus Jade will den Koch aus Versehen verletzt haben. Nach der Schlägerei habe er mit dem Fleischermesser Lammfleisch geschnitten. Dann sei der Koch schon wieder gekommen. Aus Angst habe er nun die Arme hochgerissen und dabei den Koch mit dem Messer zufällig getroffen.

Das Gericht glaubte das aber nicht. Da mag der Gedanke mitgespielt haben, dass der, der schon keinen Salat anrichten darf, erst recht nicht ans Fleisch darf. Nach Aufhebung eines ersten Haftbefehls war der Angeklagte zehn Jahre lang untergetaucht. Am Freitag gab das Gericht ihm die Chance der Bewährung. Der Haftbefehl wurde aufgehoben, der Tellerwäscher ist wieder ein freier Mann. Hätte er den Koch mit dem Messer im Bauch getroffen, wäre das nach einem Gutachten der sichere Tod des Mannes gewesen. „Gott sei Dank“ sei es so nicht gekommen, so Richter Bührmann.

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