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Refugium:
Alle Flüchtlinge sind Menschen

Brake Dieter Weitkamp, 1. Vorsitzender des Refugiums Wesermarsch e.V., muss warten. Der englische Butler Dr. Johnny Walker (Tim Verbarg) muss erst noch den „Speaker’s Corner“ vorbereiten. Ohne ein angemessenes Podest und ohne Ankündigung im Namen ihrer Majestät geht es nicht. Aber nicht nur der Comedybutler aus Bremen verbreitete gute Laune, auch die zahlreichen Gäste beim Sommerfest anlässlich des 30. Geburtstags vom Refugium taten ihr Übriges.

Aber nicht nur Freunde und Helfer des Refugiums, auch viele Politiker waren der Einladung Weitkamps gefolgt und brachten Grüße und Gastgeschenke aus verschiedenen Teilen der Republik mit. „Heute ist ein Fest der Freude“, eröffnete Dieter Kohlmann (stellv. Landrat, CDU) die Reihe der Gastredner. Astrid Grotelüschen (MdB, CDU) lobte die Arbeit des Refugiums, ebenso wie Dr. Reinhold Friedl (Leiter der Regionalstelle Nord der UNO-Flüchtlingshilfe), der zugleich aber auch die menschenunwürdige Situation vieler Flüchtlinge ins Gedächtnis rief: „Flüchtlinge sind keine Statistiken, sondern Menschen.“ Grüße aus dem Landtag überbrachten Ina Korter (MdL, Bündnis 90/Die Grünen) und Horst Kortlang (MdL, FDP). Eindringliche Worte fand auch Hans Francksen (Bürgermeister Nordenham): „Wir können es uns nicht leisten, auf Organisationen wie das Refugium zu verzichten.“

Auch der Ehrengast des Tages fand sowohl wärmende als auch mahnende Worte. Doris Schröder-Köpf, Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, war extra nach Brake gereist, um dem Sommerfest beizuwohnen. „Vor 30 Jahren haben Sie begonnen, Lösungen und Wege zu finden, um Menschen zu helfen“, so Schröder-Köpf. Dieses hohe Alter sei gerade im Feld der Flüchtlingshilfe und in Zeiten begrenzter Projektlaufzeiten etwas ganz Besonderes. „Von Ihnen geht ein Zeichen aus in das ganze Land“, lobte die Landesbeauftragte die Arbeit des Refugiums. Den Kommunen käme bei der Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie bei der Integration eine wichtige Rolle zu, die das Refugium vorbildlich ausführe.

Eine ganz andere Richtung schlug der letzte Gastredner des Tages ein. Dipl. Ökonom Ibrahim Guèye (Aufsichtsratsvorsitzender des Afrikanischen Dachverbandes NRW) brachte nicht nur Grüße und Lob aus Nordrhein-Westfalen mit, sondern richtete in seiner Rede das Wort auch direkt an Flüchtlinge und Migranten: „Wir dürfen nicht nur darauf warten, dass andere für uns sprechen, wir müssen selbst aktiv werden.“

Selber aktiv werden

Mit dem Anschneiden der Torte durch Schröder-Köpf endeten die Grußworte und das eigentliche Sommerfest mit seinem bunten Rahmenprogramm konnte beginnen. Die Tanzgruppe Grazia (Nordenham) zeigte Tänze aus verschiedenen Ländern, der Shantychor Bootsmannkaffee sang Seemannslieder und der Zirkus Fantaasi begeisterte gerade die jüngeren Gäste mit seinem Programm. Die Polizei Brake codierte Fahrräder, zudem gab es eine Hüpfburg, eine Schminkstation, Spielstationen, ein Glücksrad, Torwandschießen und einen Flohmarkt.

Attraktives Programm

Besonders beliebt war auch die Tombola, bei der es als Hauptpreis ein von der LzO gestiftetes Fahrrad zu gewinnen gab. Damit die Lose auch an den Mann und die Frau kamen, drehten die beiden Clowns des Refugiums, Hüsamettin Aykanat und Joab Baptiste, unermüdlich ihre Runden. International und grenzübergreifend ging es am Buffet zu: Kurdisches Fladenbrot, Salat aus Sri Lanka und Falafel aus der Türkei waren nur einige der Spezialitäten. Bis in die späten Nachmittagsstunden wurde in der Grünen Straße zusammen gegessen, gefeiert und gelacht.

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