Rollentausch:
Einmal Robin Hood              sein

Alexander Meyer bei der Bogensparte des                      Schützenvereins

Konzentration und Disziplin sind beim Bogenschießen entscheidend. NWZ -Mitarbeiter Alexander Meyer macht der Sport viel Spaß.

Elsfleth Heute ist ein großer Tag für mich, ein alter Kindheitstraum geht in Erfüllung: Ich werde in die Kunst des Bogenschießens eingeweiht. Damals verbrachte ich Stunden damit, Robin Hood–Verfilmungen anzuschauen und beim Spielen im Wald die Szenen mit selbstgebautem Bogen nachzustellen. Dass das Schießen mit dem altertümlichen Gerät nicht ganz so einfach ist, wie es in vielen Filmen suggeriert wird, merke ich bei meinem Besuch bei der Bogenschießsparte des Elsflether Schützenvereins jedoch ziemlich schnell.

„Bevor du den Bogen anlegst, stellst du dich erst einmal richtig hin“, erklärt Dieter Wagner. „Die Füße stehen parallel zueinander, der Oberkörper ist gerade.“ Was sich einfach anhört, ist dann in der Praxis doch nicht so ganz einfach, da ich immer wieder versucht bin, den Körper in Schussrichtung zu drehen.

Es gibt den traditionellen Langbogen, wie er im Mittelalter genutzt wurde, den Jagd Recurvebogen und den sehr modernen Compoundbogen. Außerdem unterscheidet man zwischen Blankbogen (ohne Visier und Stabilisator) und Visierbogen. „Jetzt richtest du den Bogen auf das Ziel, ziehst die Sehne so weit nach hinten, dass sie deine Nase berührt und der Zeigefinger unter dem Kinn ist. Die Hand am Bogen bleibt locker“, lauten die nächsten Anweisungen, die ich gewissenhaft umzusetzen versuche. Doch schon dreht sich der Oberkörper wieder in Schussrichtung, die Hand am Bogen verkrampft sich. Das Visier, das sich gerade noch in der Mitte der Zielscheibe befunden hat, bewegt sich in alle Richtungen. Ich frage mich, ob es Robin Hood auch so ergangen ist.

Also noch mal von vorne. Ich nehme die Schussposition ein, spanne den Bogen und richte ihn aus. „Wenn du soweit bist, schließt du das linke Auge, schaust mit dem rechten an der Sehne vorbei und bringst das Visier in den goldenen Punkt der Zielscheibe. Dann lässt du den Pfeil los“, erklärt Wagner. Meine Finger lösen sich, die Sehne schnellt zurück, der Pfeil saust dem Ziel entgegen – ein Treffer! Leider steckt der Pfeil in der benachbarten Zielscheibe. „Du hast wieder die Hand am Bogen verkrampft und deswegen verrissen“, sagt Wagner.

Schnell wird mir klar, dass das Schießen mit Pfeil und Bogen viel Technik und Konzentration erfordert. Nur wenn alle Schritte genau eingehalten werden, fliegt der Pfeil in die gewünschte Richtung. Ich verschieße noch einige Pfeile. Die richtige Zielscheibe treffe ich jedoch nur einige Male. Am Anfang sei das normal, erzählt der Rottenführer der Bogensparte Thoralf Daniel. Er gehört zu den besten Bogenschützen der Wesermarsch und weiß, dass aller Anfang schwer ist.

Wie Robin Hood fühle ich mich schon längst nicht mehr – Spaß macht das Bogenschießen dennoch. Nach einer guten Stunde tut mir die Schulter weh. Für heute habe ich meinen letzten Pfeil verschossen, bin mir aber sicher, dass es nicht der letzte war.

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Wolfgang Alexander Meyer

Volontär
NWZ-Redaktion
Tel.: 0441 9988 2003
Fax: 0441 9988 2009

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