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NWZonline.de Region Wesermarsch Politik

Atomgegner wollen erneute Auslegung

02.12.2015
NWZonline.de NWZonline 2015-12-02T05:17:43Z

Kernkraftwerk:
Atomgegner wollen erneute Auslegung

Kleinensiel Noch einmal wieder von vorn: Der Arbeitskreis Wesermarsch (AKW) der Anti-Atomkraft-Initiativen fordert eine erneute Auslegung der Unterlagen zum Rückbau des KKU und zur Errichtung des Zwischenlagers Luna. Allerdings müssten diese Unterlagen aussagekräftiger sein als die bis zum 30. November ausgelegten.

AKW schickt 32 Seiten

Das ist der 32-seitigen Einwendung des Arbeitskreises zu entnehmen, die dessen Sprecher Hans-Otto Meyer-Ott, Hammelwarder Außendeich, am Montagnachmittag bei der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung abgegeben hat. Grund: Die ausgelegten Unterlagen – insgesamt 700 Seiten – seien unzureichend, denn aus ihnen könne nicht jeder Bürger seine Betroffenheit ablesen.

Zusätzlich müsse beispielsweise noch eine detaillierte radiologische Charakterisierung von Komponenten, Systemen und Raumbereichen im Kernkraftwerk ausgelegt werden. Die vom KKU-Betreiber Eon geplante selektive Charakterisierung erst unmittelbar vor dem Abbau radiologisch relevanter Objekte sei nicht zulässig, weil „ein genehmigungsrelevanter Tatbestand in ein atomrechtliches Aufsichtsverfahren verschoben würde“, wie es in dem Text heißt, den der Physiker Wolfgang Neumann, Hannover, weitgehend verfasst hat. Ergänzungen kamen von Meyer-Ott und Andreas Obermair, Hagen im Bremischen.

Die Einwendung bemängelt auch, dass die öffentlich ausgelegten Unterlagen bezüglich des Umgangs mit radioaktiven Reststoffen nicht vollständig seien. Das von Eon verfasste Freigabekonzept R-17 müsse vor der Fortsetzung der Öffentlichkeitsbeteiligung ausgelegt werden, denn es lasse wichtige Rückschlüsse auf die persönliche Betroffenheit von Bürgern zu.

Auch an dem geplanten zweiten Genehmigungsverfahren, das erst in einigen Jahren erwartet wird, müsse die Öffentlichkeit beteiligt werden.

Als weiteren wichtigen Kritikpunkt benennt die von Hans-Otto Meyer-Ott unterzeichnete Einwendung, dass Eon kein Konzept zur Radioaktivitätsvermeidung vorgelegt habe, sondern es bei Andeutungen belasse. „Ich erwarte, dass das Umweltministerium als Atomaufsicht Eon damit nicht durchkommen lässt“, betonte Meyer-Ott im Gespräch mit der NWZ.

Zweiter wichtiger Kritikpunkt ist die Freimessung von schwach radioaktiv belasteten Teilen. Sie müsse in der Stilllegungs- und Abbaugenehmigung geregelt werden. Die Regularien müssten alle bei der Stilllegung des KKU und anderer Atomanlagen in Niedersachsen anfallenden Reststoffe berücksichtigen.

Zudem müsse das Genehmigungsverfahren für das Zwischenlager Luna abgebrochen und in das Stilllegungs- und Abbauverfahren aufgenommen werden. Dieses Lager soll die beim Rückbau anfallenden radioaktiven Abfälle aufnehmen.

Klage vermeiden

Im Gespräch mit der NWZ  trat Hans-Otto Meyer-Ott erneut dafür ein, dass alle strittigen Themen aus dem Erörterungstermin – für den es noch kein Datum gibt – in einer freiwilligen Öffentlichkeitsbeteiligung zwischen Einwendern, Eon und Umweltministerium so abgearbeitet werden, dass Veränderungen an den bisherigen Eon-Plänen möglich sind. Damit könne der Klageweg vermieden werden. Das Geld könne aus den 80 000 Euro entnommen werden, die die Landesregierung, wie berichtet, für erweiterte Beteiligung der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen will.