Kater Nach über Drei Jahren Wieder Da:
Das Wunder von Nordenham

Dass sie Bruno je wiedersehen wird, damit hatte Stephanie Göldner nicht mehr gerechnet. Dreieinhalb Jahre war ihr Kater verschwunden. Das Unglück begann mit einem geplanten Tierarztbesuch.

Tettens Bruno ist wieder zu Hause. Und es ist so, als wäre er nie weg gewesen. Dreieinhalb Jahre war der Kater verschwunden. Jetzt ist er wieder bei Stephanie Göldner in Tettens, freut sich über seine tägliche Ration Katzenfutter und teilt sich seinen Schlafplatz mit seinem Katzenkumpel Horst. „Die beiden haben sich schon früher immer gut verstanden“, weiß Stephanie Göldner, die sich natürlich sehr freut über die unverhoffte Rückkehr von Bruno.

Im September 2012 war es, als Stephanie Göldner ihre Schwester Christina gebeten hatte, mit Bruno zum Tierarzt nach Atens zu fahren. Bei Bruno hielt sich die Vorfreude auf den Besuch beim Veterinär offensichtlich in Grenzen. Während der Fahrt randalierte er dermaßen in seiner Transportbox, dass er auf dem Parkplatz der Tierarztpraxis ausbüxen konnte. „Die Gitterstäbe waren förmlich herausgesprengt“, erinnert sich Christina Göldner, „so etwas habe ich noch nie gesehen.“

Bruno machte sich aus dem Staub. Und die beiden Schwestern ließen nichts unversucht, um ihn wiederzufinden. Sie verteilten Flugblätter im Umfeld der Tierarztpraxis, klingelten an Haustüren und fragten nach Bruno. Sie informierten alle Nordenhamer Tierarztpraxen und den Tiersuchdienst Wesermarsch. Außerdem machten sie sich Abend für Abend auf den Weg nach Atens. Auf dem Parkplatz der Tierarztpraxis versuchten sie, Bruno mit Katzenfutter anzulocken. Sie suchten die gesamte Nachbarschaft ab. Vier Tage nach seinem Verschwinden sahen sie Bruno in der Nähe des Sieltiefs. „Er erkannte uns wieder. Wir waren fast an ihm dran“, erzählt Stephanie Göldner. Aber dann kam ein Auto, und wieder nahm Bruno Reißaus.

Stephanie Göldner hatte sich nach über drei Jahren längst damit abgefunden, dass Bruno für immer verschwunden ist. Umso überraschter war sie, als sie jetzt eine Nachricht von Heidi Huth-Hinrichs bekam. Ob Bruno immer noch vermisst werde, wollte die Vorsitzende des Tiersuchdienstes Wesermarsch wissen. Wenig später konnte Stephanie Göldner ihren Ausreißer bei einer Autowerkstatt in Atens abholen. Dort hatte er sich einige Tage zuvor einquartiert. Heidi Huth-Hinrichs war von den Werkstatt-Betreibern angesprochen worden, als sie ihr Auto zu Reparatur gebracht hatte. Der Kater ist mit einer Tätowierung gekennzeichnet. Ein Anruf beim Haustierregister Tasso ergab, dass es sich bei dem Stubentiger um den lange vermissten Bruno handelte.

Dass ein Haustier nach so langer Zeit wiedergefunden wird, sei schon außergewöhnlich, sagt Silvia Kerney vom Vorstand des Tiersuchdienstes. Sie hatte es zwar schon mit einer Katze zu tun, die sieben Jahre nach ihrem Verschwinden wiedergefunden wurde, aber das sei die absolute Ausnahme.

Stephanie Göldner geht davon aus, dass Bruno, der alles anders als scheu ist, bei anderen Tierfreunden untergekommen ist. Er ist wohl genährt und in gutem Zustand. Stephanie Göldner würde gerne wissen, wo Bruno sich in den vergangenen Jahren aufgehalten hat. Aber das wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben.

Silvia Kerney weist darauf hin, dass es eine Verpflichtung gibt, Fundtiere zu melden. „Wenn das geschehen wäre, hätte Bruno möglicherweise schnell wieder zu Hause sein können.“ Außerdem betont Silvia Kerney, wie wichtig es ist, Katzen mit einem Chip kennzeichnen zu lassen. Dies sei auch bei bereits tätowierten Katzen sinnvoll, weil die Tätowierungen im Laufe der Jahre unkenntlich werden können. Seit drei Jahren gibt es in Nordenham eine Kennzeichnungspflicht für Katzen, die das Haus verlassen.

Stephanie Göldner freut sich, dass die Katzenfamilie in Tettens wieder komplett ist. Neben Bruno und Horst gehören noch Perry, Tiger und Stupsi dazu. Nun schnurren die Stubentiger wieder zu fünft um die Wette.

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Jens Milde

Nordenham
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Dass sie Bruno je wiedersehen wird, damit hatte Stephanie Göldner nicht mehr gerechnet. Dreieinhalb Jahre war ihr Kater verschwunden. Das Unglück begann mit einem geplanten Tierarztbesuch.
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22.03.2016
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