Immobilien:
Braker Bahnhof für 52 000 Euro verkauft

Unbekannter Bieter ersteigert in Berlin telefonisch das denkmalgeschützte Gebäude

Die Versteigerung war eine Sache von Sekunden. Zwei schriftliche Gebote hatten ebenfalls vorgelegen.

Brake Um 16.34 Uhr erteilt Auktionator Matthias Knacke am Freitag den Zuschlag. Ein unbekannter Bieter hat am Freitag für 52 000 Euro den Braker Bahnhof gekauft – telefonisch.

Nachdem sie zunächst damit gedroht hatte, das seit vielen Jahren leer stehende Braker Gebäude abzureißen, hatte die Deutsche Bahn das Berliner Auktionshaus Karhausen damit beauftragt, den Braker Bahnhof zu versteigern. Am Freitag war es so weit. Das denkmalgeschützte Gebäude der Kreisstadt war als laufende Nummer 15 einer von einer ganzen Reihe von Bahnhöfen, die am Freitag unter den Hammer kamen.

Schiefke überrascht

Die eigentliche Versteigerung des Braker Gebäudes war letztlich eine Sache von Sekunden. Die Bahn hatte ein Mindestgebot von 49 000 Euro verlangt. dem Auktionator lagen zwei schriftliche Gebote über 51 000 Euro vor. Das verkündete er im Saal des Borsig-Turms in Berlin-Tegel auch. Niemand im Saal rührte sich, um mehr zu bieten. Ein Mitarbeiter des Auktionators saß jedoch ebenfalls im Saal. Er hatte ein Mobil-Telefon am Ohr. Am anderen Ende der Verbindung saß ein Interessent, der 52 000 Euro bot. Da keine weiteren Gebote eingingen, erhielt der Unbekannte den Zuschlag.

Das Auktionshaus schwieg sich über die Identität des Bieters aus. Somit ist bislang völlig offen, was der neue Eigentümer mit dem Bahnhof anstellen wird. Bürgermeister Roland Schiefke – er war nicht der große Unbekannte am Telefon – zeigte sich am Freitag auf NWZ -Nachfrage überrascht davon, dass der Bahnhof tatsächlich verkauft wurde. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte er. Bei der Stadt habe niemand nachgefragt und Interesse signalisiert oder Erkundigungen über das Gebäude eingeholt.

Auktionator Matthias Knacke hatte den Bahnhof bei der Versteigerung als „ein sehr schönes Empfangsgebäude“ und als „Zeugnis einer vergangenen Epoche“ angepriesen. Zwar sei das Gebäude sanierungsbedürftig, aber man könne etwas daraus machen.

Rathaus-Idee scheitert

Auch Roland Schiefke hätte gerne etwas aus dem Bahnhof gemacht. Seine Idee war es, wie berichtet, gewesen, das Gebäude durch zwei Anbauten zu ergänzen und dann als neues Rathaus zu nutzen. Darüber ist in Brake viel diskutiert worden. Der Stadtrat hatte einen Kauf des Bahnhofs – die Bahn hatte von der Stadt Brake 30 000 Euro verlangt – jedoch abgelehnt. Damit war auch das Rathaus-Projekt gestorben.

Zwischenzeitlich hatte sich eine Bürgerinitiative zur Erhaltung des Bahnhofs gegründet. Deren Mitglieder hoffen nun, dass der neue Eigentümer das Gebäude einer sinnvollen Nutzung zuführt.

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  Jule1205 23.06.2013, 10:35:52
Das am Freitag noch nicht bekannt gegeben wurde, wer der Käufer ist, kann ich mir gut vorstellen. Ist es doch in der Wesermarsch so, dass dann 2 volle Tage dafür genutzt werden, den "Erwerber" erst einmal durch den Dreck zu ziehen.

Es wird schon früh genug bekannt gemacht, wer der neue Eigentümer ist (Grundbucheintrag). Außerdem sollte jetzt jede Unterstützungsleistung kommen, die geht. Wenn es schon jemanden gibt, der dem Gebäude eine Wende verpassen könnte, dann sind Knüppel zwischen den Beinen das Wenigste, was er/sie gebrauchen kann.

Ich hoffe nur, der neue Eigentümer läßt sich von den Eigentümlichkeiten der Wesermärschler nicht ins Bockshorn jagen....Bau-Ruinen haben wir ja genug dank falsch abgeschlossener Verträge!
  gelato 22.06.2013, 10:01:17
Die Hoffnung auf eine sinnvolle Nutzung bleibt, aber sonst? Darf der neue Besitzer den Bahnhof abreißen, oder droht diesem Gebäude das gleiche Schicksal wie dem Hammelwarder Wasserturm? Niemand gibt 60 000€ und mehr aus, ohne Konzept. Hat er eins, werden ihm so viele Knüppel zwischen die Beine geworfen, dass das gleiche Schicksal droht, wie dem Wasserturm.

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Detlef Glückselig

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http://www.nwzonline.de/wesermarsch/wirtschaft/braker-bahnhof-fuer-52000-euro-verkauft_a_6,2,223430519.html
22.06.2013
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