Seegüterumschlag:
Braker Hafen verteidigt Spitzenposition

6,3 Millionen Tonnen Güterumschlag stellen Rekord dar. Auch für 2015 soll es gut für den Hafen aussehen. Allerdings hat die betreibende Müller-Gruppe mit starkem Wettbewerbsdruck zu kämpfen.

Brake Im Braker Hafen sind im vergangenen Jahr so viele Güter wie noch nie ungeschlagen worden. Jan Müller, Vorstandsvorsitzender der J. Müller-Gruppe, sprach am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz von einem „historischen Hoch“ im Seeverkehrsumschlag. Mit rund 6,3 Millionen Tonnen gelang dem Hafen gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von fast 11 Prozent.

Die Steigerung betrifft nahezu alle Güter, die in Brake umgeschlagen werden. Allerdings hat besonders im Stückgutbereich das Mengenplus nicht zu ein Erlössteigerung geführt. Das sei dem harten Wettbewerb geschuldet, der auf diesen Märkten herrscht, sagte Jürgen Huntgeburth, Geschäftsführer von J. Müller Breakbulk. Die Müller-Gruppe will auf die Situation mit Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung reagieren.

Besonders zugelegt hat die Müller-Gruppe 2014 im Bereich Futtermittel und Getreide. Mit einer Umschlagsmenge von 3,433 Millionen Tonnen gelang gegenüber 2013 ein Plus von rund 24 Prozent. Zu verdanken sei das gute Ergebnis vor allem dem Getreide- und Futtermittel-Import, während der Export nur eine untergeordnete Rolle gespielt habe, berichtete Thomas Bielefeld als Geschäftsführer von J. Müller Agri. Für 2015 deute sich eine weiterhin gute Beschäftigung und Lagerauslastung an. Ziel von J. Müller Agri sei es, die Produktgruppen zu erweitern, deutete Bielefeld an. Nähere Angaben wollte er dazu aber nicht machen.

Im Breakbulk-Bereich gab es ein Umsatzplus von rund 2,5 Prozent gegenüber 2013. Insgesamt wurden 1,947 Millionen Tonnen umgeschlagen. „Sehr erfreulich“ habe sich der Umschlag von Komponenten für Windkraftanlagen (rund 2850 Großkomponenten, plus 46,2 Prozent) und Stahl (1,947 Millionen Tonnen, plus 16,6 Prozent) entwickelt. Trotz dieser Zuwächse seien die Nettoerlöse aber unter dem Vorjahresniveau geblieben – eine Folge des teils „sehr heftigen Wettbewerbs“, so Huntgeburth. Beim Import von Zellstoff (921 704 Tonnen, plus 6,3 Prozent) habe Brake seine Spitzenposition unter den deutschen Seehäfen weiter ausgebaut. Für 2015 hofft Huntegburth auf „eine stabile Entwicklung in allen Bereichen“.

Erneut rückläufig war der Umschlag von Schwefel. Er ist von 268 000 Tonnen in 2013 auf 168 000 Tonnen in 2014 zurückgegangen.

Höchste Priorität hat für Jan Müller weiterhin der Ausbau der Unterweser. Von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung erwarte er, dass die gerichtlich festgestellten Planungsmängel schnellstmöglich abgearbeitet werden. Als „unverständlich“ bezeichnete es Müller, dass der Bau der B 211 neu (Ortsumgehung Mittelort) trotz „unanfechtbaren Baurechts“, das vorliege, noch immer nicht begonnen worden sei.

Die J. Müller-Gruppe beschäftigt insgesamt 476 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – rund 390 davon am Standort Brake. Im vergangenen Jahr hat die Gruppe einen Bruttoumsatz in Höhe von 114 Millionen Euro erwirtschaftet.

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Detlef Glückselig

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04.03.2015
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