Landwirtschaft:
„Kein Tier braucht Gentechnik“

Protest gegen Futtermittel-Importe – Hafenzufahrt blockiert

Die Demonstration richtete sich auch gegen die Produktion von Gentechnik-Soja. Von einer gelungenen Aktion sprachen die Aktivisten.

Brake Friedlich verlief am Dienstag eine Demonstration gegen Futtermittel-Importe und genmanipuliertes Soja vor dem Nord-Gate des Braker Hafens. Rund 30 Aktivisten aus unterschiedlichsten Verbänden und Organisationen von Bauern, Verbrauchern, Wissenschaftlern und Studenten skandierten Sätze wie „Stoppt den Exportwahn, kein Tier braucht Gentechnik“. Transpartente mit Botschaften wie „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ und „Bäuerliche Landschaft hat Zukunft“ oder „Fairer Regelsatz für faire Milch“ und „Gutes Geld für gutes Leben“ wiesen auf die Anliegen der Demonstranten hin.

Demo gegen Gentechnik

Mit einem Trecker samt Anhänger hatten die Aktivisten die Zufahrt des Braker Hafens blockiert. Nach einer guten Stunde löste sich die Demonstration am Mittag wieder auf. Georg Janßen (58), seit 1985 Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), sprach von einer gelungenen Aktion. „Ich bin sehr zufrieden. Es ist wichtig, ein deutliches Zeichen zu setzen auch vor der Bund-Länder-Agrarministerkonferenz in der kommenden Woche.“

Gelassen reagierte Heiko Uflacker, der Braker N-Ports-Niederlassungsleiter, auf die Blockade. „Wir haben kein Interesse an einer Strafverfolgung“, sagte er. Jeder könne in Deutschland seine Meinung frei äußern. Das werde respektiert. Eine Anzeige würde nicht gestellt.

Dass kein Interesse an einer Auseinandersetzung mit der Polizei bestehe, hatte Georg Janßen schon im Vorfeld betont. Und so stellte dann auch der Einsatzleiter Matthias Ahlers von der Braker Polizei fest, dass die Demonstration zwar unangemeldet gewesen sei, der formelle Tatbestand der Nötigung aber nicht weiter verfolgt würde.

Während der Demonstration hatte Paulo Alfredo Schönardie, ein landloser Kleinbauer aus Brasilien und derzeit Doktorand an der Universität Hamburg, aus seiner Heimat berichtet. Durch den Soja-Anbau würden wertvolle ökologische Gebiete vernichtet. Peter Bargfrede von der Bremer-Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft merkte an, dass die Verbraucher Wert legten auf regionale, gentechnikfrei erzeugte Lebensmittel. Bewusst auf eine bäuerliche, regionale und ökologische Lebensmittelerzeugung zu setzen, forderte Ottmar Ilchman, Milchbauer aus Ostfriesland und AbL-Landesvorsitzender aus Niedersachsen.

Den Braker Hafen hatten sich die Aktivisten wegen seiner Bedeutung als Futtermitteldrehscheibe auserkoren. Das Bündnis kritisierte die sozialen und ökologischen globalen Folgen des Soja-Importes. „Dieser Wahnsinn muss gestoppt werden“, sagte Annemarie Volling, Sprecherin im Bündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft Niedersachsen.

Die Demonstration war gut vorbereitet. Mit belegten Brötchen und Kaffee wurden sowohl die wartenden Lkw-Fahrer als auch die Aktivisten versorgt.


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21.08.2013
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