Kernkraftwerk Unterweser:
Klares Nein zum Zwei-Stufen-Rückbau

Gemeinde stellt auch Forderungen zum geplanten Zwischenlager in Kleinensiel

Zusätzliche Risiken fürchtet die Gemeinde Butjadingen, falls Kraftwerksbetreiber Eon seine angedachten Pläne umsetzt. Auch zur Lagerung von radioaktiven Abfällen bringt sich die Gemeinde in Position.

Butjadingen Die Gemeinde Butjadingen spricht sich dagegen aus, dass das Kernkraftwerk Unterweser (KKU) – wie von Betreiber Eon vorgesehen – in zwei Phasen abgebaut wird. Außerdem fordert sie, dass in dem geplanten Zwischenlager (Luna) nur solche radioaktiven Abfälle eingelagert werden, die beim Rückbau des Kraftwerks anfallen.

Das sind die zentralen Punkte einer Stellungnahme, die die Gemeinde im Rahmen des Genehmigungsverfahrens an das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz in Hannover geschickt hat. Der Gemeinderat hat dem Schreiben einstimmig bei einer Enthaltung zugestimmt.

Eon beabsichtigt, zunächst den Deckel des Reaktordruckbehälters und in einer zweiten Phase dann das Reaktorgebäude abzubauen. Diese Vorgehensweise erscheint der Gemeinde Butjadingen „nicht zwingend begründet", und sie ist damit auch nicht einverstanden. Bei dem angedachten Verfahren würde der noch nicht brennstofffreie Reaktorbehälter „auf längere Zeit ohne den Schutz des Deckels“ verbleiben. Das könnte eine zusätzliche Gefährdung „über Jahre“ bedeuten. Eon soll gutachterlich belegen, dass der Zwei-Phasen-Rückbau „unter Sicherheitsaspekten vertretbar erscheint und alternativlos ist“, so der Wortlaut in der Stellungnahme Butjadingens.

Zum Luna schreibt die Gemeinde: „Es darf ausschließlich beim Abbau des KKU anfallendes Material dort eingelagert werden.“ Eine Nutzung für die Einlagerung von radioaktiven Abfällen aus anderen Standorten würde zu zusätzlichen Transporten von radioaktivem Material durch die Region führen. Das würde eine Erhöhung des Risikos sowie auch des Gefahrenpotenzials für die Bevölkerung in der Umgebung bedeuten.

Außerdem spricht sich die Gemeinde „für die Festlegung einer verbindlichen maximalen Laufzeit“ aus. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass aus dem Zwischen- ein Endlager wird. In den Antragsunterlagen seien bislang „keine Angaben über eine Laufzeit“ des Luna zu finden, heiß es in der Stellungnahme.

Ein weiterer Punkt, den die Gemeinde Butjadingen anspricht, ist der Hochwasserschutz. Es sei „unverzichtbar“, dass in beiden Verfahren – KKU-Rückbau und Luna – eine aktuelle Neubewertung der Risiken durch Hochwasser und Überflutung auf Grundlage neuester Daten und Forschungsmethoden vorgenommen wird. Die Gemeinde zitiert eine Studie, nach der ein „nicht zu vernachlässigendes Risiko einer Überschwemmung des Anlagengeländes“ bestehe.

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Detlef Glückselig

Butjadingen
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Zusätzliche Risiken fürchtet die Gemeinde Butjadingen, falls Kraftwerksbetreiber Eon seine angedachten Pläne umsetzt. Auch zur Lagerung von radioaktiven Abfällen bringt sich die Gemeinde in Position.
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23.12.2015
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