Vortrag:
Mit Schröpfen hartnäckige Verspannungen lösen

Martina Lüttge informiert in Bardenfleth über alte Heilmethoden – „Lebenswecker“ gebaut

Bardenfleth „Wo die Natur einen Schmerz erzeugt, da hat sie schädliche Stoffe angesammelt und will sie ausleeren. Ist die Natur nicht imstande, diesen Vorsatz selbst auszuführen, muss der Arzt eine künstliche Öffnung direkt an der kranken Stelle machen und so Schmerz und Krankheit rasch heilen.“ Mit diesem Zitat des berühmten Arztes Paracelsus eröffnete Martina Lüttge ihren Vortrag über alte Heilmethoden im Bardenflether Dorfgemeinschaftshaus.

Und damit war die Warfle-ther Heilpraktikerin auch direkt beim Thema: den Aus- und Ableitungsverfahren. Mehr als 5000 Jahre alt sei die Methode des Schröpfens, mit dem einst durch das Erzeugen von Unterdruck versucht wurde, Verhärtungen und Furunkel zu lösen. Sowohl blutig, durch das vorherige Anritzen der Haut, als auch trocken finde dieses Verfahren als alternative Heilmethode heute wieder viele Anhänger. So Spannungen zu lösen und das Lymphsystem anzuregen, bedeute für viele Menschen mit Arthritis, Rheuma, Gicht, Arthrose und vielen anderen Leiden eine Linderung ohne Medikamente. Obwohl in der Regel völlig schmerzfrei, hinterlässt diese die Durchblutung anregende Alternativmedizin oftmals blaue Flecken, warnte die Heilpraktikerin, während sie die Methode am Arm einer Zuhörerin demonstrierte.

Ein Mückenstich, der seiner gichtkranken Hand Linderung verschaffte, sei es gewesen, der den Feinmechaniker Carl Braunscheidt im 19. Jahrhundert auf die Idee brachte, seinen „Lebenswecker“ zu bauen. Mit dem Nadlungsgerät werden auf der Haut beim Braunscheidtieren Reize gesetzt, die mit einem Kräuteröl bestrichen eine wohlige Wärme erzeugen. Verspannungen würden so gelöst und Krankmachendes ausgeschwemmt, erklärte die Referentin, bevor sie zur dritten und letzten Heilmethode des Abends kam: dem Ansetzen von Blutegeln.

Drei Kiefer, 80 Zähne, zwei Saugnäpfe an den Körperenden, kein Gehirn und einen sehr feinen Geruchssinn besitzen diese Würmer, die nicht nur bis zu 10 Milliliter Blut saugen, sondern gleichzeitig verschiedene heilende Enzyme an den „Spender“ abgeben. Heute hat man die heilende Kraft der Blutegel wiederentdeckt. Nach ihrem Mahl, das bis zu zwei Stunden dauern kann, werden die aus speziellen Zuchten stammenden Egel aus hygienischen Gründen entsorgt, beruhigte Martina Lüttge ihr Publikum. Eine gründliche Anamnese sei jedoch genauso notwendig, wie der anschließende Blick auf das Abheilen der Wunden.

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