Küstenschutz:
Sicherheit hat absoluten Vorrang

Experten informieren über Kleiabbau und Deicherhöhung

Beim Ortstermin regnete es in Strömen. Danach ging es ins Dorfgemeinschaftshaus.

Berne Ganz überrascht von dem großen Interesse am Thema Kleiabbau waren Karin Logemann, Cord Hartjen und Kai Wienken. Die SPD-Landtagsabgeordnete aus Berne hatte nach vielen Anfragen der Anlieger beim Deichband um Informationen gebeten. Und die Vertreter des Oldenburgischen Deichbands und des NLWKN erklärten sich gern zu einer Informationsveranstaltung bereit.

Mit einem Blick auf 14 der insgesamt 27 Hektar Fläche, die der Deichband bereits vor geraumer Zeit für diesen Zweck im Bereich der Feldmarkstraße in Hiddigwarden erworben hatte, begann die Veranstaltung im strömenden Regen. Vor noch mehr Interessierten wurde der Informationsabend dann im bestens gefüllten Harmenhauser Dorfgemeinschaftshaus fortgesetzt.

Millionen investiert

Bis zu 20 Millionen Euro werden jedes Jahr in den Küstenschutz investiert. Kleiboden sei beim Deichbau als rund einen Meter dicke Deckschicht unverzichtbar und stets Mangelware. Darum bemühe man sich, nach den entsprechenden Bodengutachten möglichst ortsnah und frühzeitig die entsprechenden Flächen zu erwerben, erläuterte Kai Wienken die Arbeitsweise des NLWKN.

Die Naturschutzrichtlinien werden neben vielem anderen im Vorfeld bei dem Eingriff genauso wie Wasserstände oder die Eignung des Bodens abgeklärt. Nur rund ein Meter der bis zu drei Meter tiefen Kleischicht soll auf den 9,5 und 4,5 großen Flächen in Hiddigwarden abgebaut werden. Ein langwieriges Raumordnungsverfahren werde erst ab zehn Hektar fällig – und Gefahr für Gebäude bestehe nicht, da die nächste Bebauung 800 Meter von der Entnahmestelle entfernt liege. Beim Abtransport beachte man auf jeden Fall die Neun-Tonnen-Beschränkung der Feldmarkstraße.

Alle Schäden daran setze der NLWKN später wieder instand, versicherte Wienken, der mit verschiedenen Folien zeigte, wie die Nachnutzung, zu der noch keine detaillierten Pläne vorliegen, einmal aussehen könnte. Mit flach abfallenden, geschwungenen Böschungen würde sich die Natur diese Pütten stets schnell zurückerobern, so die Erfahrung.

Deichbandvorsteher Cord Hartjen berichtete, dass die Deicherhöhungsmaßnahmen zwischen Motzen und Lemwerder nun weitgehend abgeschlossen seien. Im nächsten Jahr werde der Abschnitt zwischen B 74 und Berne-Ohrt angegangen. Der dazu nötige Klei für diesen und den folgenden Deichabschnitt bis zum Hunte-Sperrwerk soll – soweit möglich – vom Ruschsand kommen. Wie viel dort aber tatsächlich entnommen werden könne, wäre nicht genau vorhersehbar. Vielleicht müsse man dann bereits auf die Flächen in Hiddigwarden zurückgreifen.

Ausführlich informiert

Der Vortrag der beiden Deichexperten war offensichtlich so ausführlich, dass den Anwesenden danach nur sehr wenige Fragen auf der Seele brannten.

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Sicherheit hat absoluten Vorrang
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