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Vorträge:
Thema Moorschutz spaltet weiter die Gemüter

Bardenfleth Zur Information über den „Moor- und Klimaschutz auf niedersächsischen Moorgrünlandstandorten“ hatte das Grünlandzen-trum Niedersachsen/Bremen die Grün- und Moorlandbauern der Region eingeladen. Zu den Hintergründen und Perspektiven aus Sicht der Wissenschaft, Landes- und Regionalpolitik referierten Prof. Dr. Heinz Flessa vom Thünen-Institut für Agrarklimaschutz, der agrarpolitische Sprecher der Grünen, Landtagsabgeordneter Hans-Joachim Janßen, und für den Landkreis Wesermarsch Landrat Thomas Brückmann.

Die Diskussion leitete der Geschäftsführer des Grünlandzentrums, Dr. Arno Krause. Dr. Carsten Padeken, der Vorsitzende des Kreislandvolks , begrüßte die Gäste.

„Moorgrünlandbauern brauchen Perspektiven und eine Sicherung ihrer Existenzen“, forderte Padeken und spielte damit auf den 2014 im Landesraumordnungsprogramm (LROP) geplanten Änderungsentwurf des Moorschutzprogrammes an. Padeken: „Der jetzt veröffentlichte neue Entwurf im LROP enthält zum ersten Mal eine Klausel, in der den Moorlandwirten in irgendeiner Form überhaupt die Daseinsberechtigung in diesen Gebieten zugestanden wird.“ Dr. Heinz Flessa erörterte die Grünlandbewirtschaftung aus der Perspektive der Wissenschaft.

Sein Fazit: „Das Klima zu schützen, heißt im Bereich des Moorschutzes, die Synergien wie Biodiversität, Klima- und Wasserschutz, Produktions- und Erholungsfunktionen zu optimieren.“ Laut Flessa ist der Erhalt von Dauergrünland ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz – insbesondere auf humusreichen Standorten. Der Umbruch zu Ackernutzungsflächen führe zu erhöhten klima- und umweltbelastenden Austrägen. Effektiver Moorschutz sei erst mit einer vollständigen Wiedervernässung zu erreichen, so Flessa; entwässerte Moore seien die größten terrestrischen CO2-Quellen und gehörten damit zu den intensivsten Treibhausgasquellen.

Nach der Fassung des LROP-Entwurfs 2014 seien jetzt 8000 Einwendungen abgearbeitet worden, berichtete Janßen. Die überarbeitete Fassung wird bis 23. Dezember ausgelegt, Fristende für Stellungnahmen ist der 6. Januar. Mit dem Inkrafttreten wird im Juli gerechnet.

Landrat Thomas Brückmann forderte, den Städten und Kommunen planerische Sicherheit zu geben. Brückmann: „Wir leben in der Wesermarsch in einer Kulturlandschaft, die aufgrund ihrer Lage auf Entwässerung angewiesen ist. Es ist dringend nötig, dies dem Land Niedersachsen ganz deutlich darzustellen.“

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