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Atomtransport Durch Die Wesermarsch:
Bundesamt verrät Route aus Sicherheitsgründen nicht

Nordenham/Salzgitter Das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter (BfS) hat am Mittwoch exklusive Informationen der NWZ  bestätigt, wonach am Dienstag Kernbrennelemente über den Midgard-Hafen in die USA verschifft worden sind. Dabei habe es sich um unbestrahlte Kernbrennstoffe gehandelt, so das BfS. Zur Erklärung: Unbestrahlte sind nicht hochradioaktive Kernbrennstoffe.

Ausgangsort des Transportes waren laut BfS kerntechnische Anlagen in Deutschland und der Schweiz. Ziel ist eine kerntechnische Anlage in den USA. Für das deutsche Staatsgebiet hatte das BfS Straßentransport, Umschlag auf ein Seeschiff und Seetransport genehmigt. Weitere Einzelheiten wollte das Bundesamt aus Sicherheitsgründen nicht nennen. Es machte daher auch keine detaillierten Angaben zur konkreten Fahrtroute.

Zwei BFE-Einheiten

In Bereitschaft zur Sicherung des Atomtransportes durch die Wesermarsch waren nach NWZ -Informationen auch zwei Beweissicherungs- und Festnahme-Einheiten (BFE). Am Midgard-Hafen war eine BFE mit 15 Fahrzeugen und insgesamt etwa 75 Polizeibeamten. Die Spezialkräfte sind im ganzen Land verteilt und unterstehen der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen mit Sitz in Hannover.

Wie die NWZ  am Dienstag vor Ort recherchiert und dann berichtet hat, hatte der Atomtransport unter strengster Geheimhaltung Dienstagfrüh gegen 5.30 Uhr über die Bundesstraße 212 und den Mittelweg Nordenham erreicht. Wenig später traf die Fahrzeug-Kolonne am Midgard-Hafen in der Innenstadt ein. Ein Radlader und Polizisten sicherten die Zufahrt zum Hafen ab. Gegen 13.30 Uhr lief das Frachtschiff mit den Brennelementen an Bord aus.

Das Bundesamt wies am Mittwoch gegenüber der NWZ  darauf hin: „Für derartige Transporte dürfen ausschließlich vom BfS zugelassene Transportbehälter eingesetzt werden, die die erforderliche Transportsicherheit unabhängig von der Routenführung gewährleisten. Bei Unfällen ist durch gesetzliche Regelungen des Gefahrgutrechts bzw. Auflagen in Beförderungsgenehmigungen sichergestellt, dass vor Ort schnellstmöglich erste Schutzmaßnahmen durch die Feuerwehren ergriffen und umgehend die zuständigen Behörden informiert werden.“

Wie die NWZ  am Mittwoch weiter vom BfS erfuhr, haben im Jahr 2015 bundesweit 405 vom BfS genehmigte Kernbrennstoff-Transporte stattgefunden. Im Jahr 2014 waren es 410. Wie viele über Nordenham gelaufen sind, hält das Bundesamt aus Sicherheitsgründen unter Verschluss.

Um die für einen Transport nötigen Sicherungsmaßnahmen zu ermitteln und festzulegen, werden die Innenministerien der von einem Transport potenziell betroffenen Bundesländer im Genehmigungsverfahren beteiligt.

Bei dem Transport, der Dienstagfrüh Nordenham erreicht hat, muss es sich um einen besonders bedeutenden gehandelt haben. Ein Vergleich mit den beiden Mox-Transporten am 23. September und 18. November 2012 drängt sich auf. Damals hatte allerdings die Geheimhaltung nicht geklappt. Es gab mehrere Protestaktionen. Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace störten zeitweilig den Transport. Das Polizeiaufgebot war riesig.

Damals waren jeweils acht Mischoxid-(Mox)-Brennelemente – also uran- und plutoniumhaltige Brennelemente – auf zwei Spezialfahrzeugen aus der Wiederaufbereitungsanlage im britischen Sellafield per Schiff nach Nordenham gebracht worden – für den Weitertransport über den RoRo-Anleger im Nordenhamer Nordhafen zum Kernkraftwerk Grohnde.

Die beiden damaligen Spezialfahrzeuge ähneln ganz stark den beiden, die Dienstagfrüh Nordenham erreicht haben. Diesmal ist ihr Gefahrgut im Stadthafen auf ein Frachtschiff mit dem Ziel USA verladen worden.

Am 23. September 2012 waren etwa 200 Polizeibeamte in Nordenham im Einsatz. Ob diesmal ein vergleichbar großes Polizeiaufgebot vor Ort war, wollte die Polizei nicht bestätigen. Sie machte aus Sicherheitsgründen keinerlei Angaben zur Zahl der eingesetzten Beamten.

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