Tierquälerei In Großenkneten:
Kater mit Schrotgewehr beschossen

20 Schrotkugeln wurden beim Röntgen im Körper des zutiefst verschreckten Katers entdeckt. Das abgemagerte und hechelnde Tier ließ sich vorher nur mühsam einfangen. In einer Huder Tierarztpraxis begann anschließend der Kampf um das Leben des Katers.

Wildeshausen/Großenkneten/Haschenbrok Einen schweren Fall von Tierquälerei hat die Tierschutzgruppe Wildeshausen (TSGW) jetzt zur Anzeige gebracht. Eine unbekannte Person hat mit einer Schrotflinte auf eine Katze in der Gemeinde Großenkneten geschossen. Bei einer Röntgenaufnahme in einer Huder Tierarztklinik konnten 20 Schrotkugeln im Körper der Katze festgestellt werden. Die entsprechenden Röntgenbilder hat die Tierschutzgruppe zur Anzeige bei der Wildeshauser Polizei beigelegt. Das berichtet Edith Kaminski, Tierschutzbeauftragte für scheue Katzen.

Sie wurde am 20. September von eine Familie in Haschenbrok gerufen, um eine augenscheinlich verletzte Katze einzufangen. Gemeinsam mit Knut Völkers, beim Katzenhaus für die TSGW tätig, fand sie einen großen, rund zehn Jahre alten roten Kater vor, der ganz offensichtlich sehr schwach war.

„Das Tier war abgemagert, hechelte stark, litt, war schwach, jedoch nicht bereit, sich so nehmen zu lassen. Nach einigen erfolglosen Versuchen gelang es uns, ihn in ein Bettlaken einzuwickeln und in einen Korb zu tun. Allein die Prozedur des Einfangens war für das arme Tier großer Stress und eine Qual“, so Kaminski.

In einer Huder Tierarztpraxis wurde festgestellt, dass der schlechte Zustand des kastrierten Katers an den 20 Schrotkugeln im Körper lag. Kaminski: „Der Kater verstarb trotz aller Bemühungen in der Nacht von Sonntag auf Montag.“ Beim Einfangen hatte sie am Tier keine offensichtlichen Verletzungen oder Blut gesehen. Auch die Tierarztpraxis geht davon aus, dass der Kater bereits einige Tage vorher angeschossen wurde.

Kaminski: „Zum Einen ist es Ausdruck einer unvorstellbaren Brutalität und Grausamkeit, vorsätzlich aus größerer Entfernung mit Schrot auf ein Haustier zu schießen, und es dann einfach seinem Schicksal zu überlassen. Zum andern wurden dem Kater über einen längeren Zeitraum vorsätzlich große Leiden und Schmerzen zugefügt.“ Daher erstattete die Tierschutzgruppe Anzeige gegen Unbekannt wegen vorsätzlicher schwerer Tierquälerei.

Leserkommentare

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  26197-GK 09.10.2014, 13:16:51
Wer aus einer größeren Distanz versucht ein Tier noch irgendwie und aus dem letzten Winkel zu erwischen und Schrot einsetzt, nimmt es billigend in Kauf, dass das Tier qualvoll und elendig verreckt.

Sollte der Schütze aus den Reihen der Jägerschaft kommen wird wieder einmal deutlich, dass keine Differenzierung zwischen wilden Katzen und kastrierten Haustieren stattfindet. Der Jäger sollte schleunigst seinen Jagdschein abgeben. Seine Denkprozesse stellen eine Gefahr für die Allgemeinheit und andere Lebewesen da.

  k.marx1972 08.10.2014, 00:39:39
Manchmal suchen Menschen Wochen gar Monate lang per Anzeigen in der Tagespresse oder an Bords in den Supermärkten nach ihren vermissten Stubentiger. Oft ohne Erfolg.
Nun ist es wieder offensichtlich, dass in den Jagd-Bezirken grundsätzlich auch auf Haustiere geschossen wird. Egal aus welcher Distanz. Mit unglücklichen Umständen ist hier nichts zu beschreiben. Das Tier war kastriert und hatte einen Besitzer. Das Pech des Tieres: Es streunte, wie es für Kater normal ist. Der Täter sollte die Courage besitzen sich zu stellen.
Ob unsere Gesellschaft den Abschuss von streunenden Haustieren noch mitträgt, ist höchst fraglich.

  afritz76 07.10.2014, 23:05:42
Ich hätte keine Skrupel den oder die Täter totzuschlagen !
  s.degen10 07.10.2014, 16:47:03
Übele Ecke für Tierhalter. Bis der Täter gefasst ist am besten keine Tiere mehr dahin vermitteln.

Über den Autor

Ulrich Suttka

Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten
Redaktion Wildeshausen
Tel.: 04431 9988 2702
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Tierquälerei In Großenkneten
Kater mit Schrotgewehr beschossen
20 Schrotkugeln wurden beim Röntgen im Körper des zutiefst verschreckten Katers entdeckt. Das abgemagerte und hechelnde Tier ließ sich vorher nur mühsam einfangen. In einer Huder Tierarztpraxis begann anschließend der Kampf um das Leben des Katers.
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