OLDENBURG, 2. Februar 2012


Kälte lässt Frühblüher erfrieren

Klima Pflanzen leiden unter Wetterumschwung – Schutzmaßnahmen bringen wenig


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Ausgeblüht: Trixie Stalling betrachtet die abgestorbenen Blüten einer Kirsche im Schlossgarten. BILD: Lars Blancke  Bild vergrößern

Der zuvor milde Winter hatte im Schlossgarten für ein ungewohnt frühlingshaftes Bild gesorgt. Nun verfrieren die Blüten und sterben ab.

von Lars Blancke

Oldenburg - Frühlingsgefühle im Winter: So titelte die NWZ  noch Anfang Januar. Die unüblich milden Temperaturen ließen die Pflanzen in den Oldenburger Gärten wachsen und gedeihen – im Schlossgarten stand sogar eine japanische Kirsche viel früher als sonst in Blüte. „Erfreuen wir uns daran, so lange wir sie noch haben“, ahnte Schlossgarten-Chefin Trixie Stalling damals schon, dass der Winter sich zurückmelden wird.

Jetzt ist die große Kältefront da. Temperaturen bis zu minus 10 Grad werden noch bis in die nächste Woche erwartet. Das Bild im Schlossgarten hat sich verändert. Rasenflächen sind durch den Bodenfrost in ein dünnes Weiß gedeckt, die Botanik wirkt trist und der Schlossgarten-Teich hat begonnen zu gefrieren. Bleibt die Frage: Was passiert mit der verfrühten Blütenpracht?

„Das ist von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich“, erklärt Stalling. Eine erste Reaktion auf die arktischen Temperaturen habe es schon gegeben. Die Blüten der Kirsche, Magnolien und der Flockenblumen seien verfroren und bräunlich abgestorben. „Da ist nichts zu retten“, weiß Stalling. Auch die Krokusse, die ihre Blattspeere schon aus dem Boden gehoben hatten, sind verfroren. Da helfen auch die aufgestellten Warnschilder „Frühjahrsblüher! Bitte nicht den Rasen betreten!“ nicht weiter.

Im Schlossgarten habe man schon am Anfang der vergangenen Woche damit begonnen, Vorbereitungen gegen die Kälte zu treffen. „Wir verfolgen die Wettervorhersagen natürlich intensiv und wussten, dass wir etwas unternehmen müssen“, erzählt Stalling. Über die Tulpenbeete wurde eine kleine Schicht an Komposterde verteilt. Alle Palmen wurden vorbeugend wieder eingepackt. Tannenzweige decken die Magnolienbeete ab. Diese Hilfsmittel dienen als Schutz, helfen aber nur bedingt. „Sollte ein stärkerer Ostwind kommen, werden auch die letzten noch blühenden Pflanzen absterben“, berichtet Stalling.

Es gibt allerdings auch die Pflanzengattungen, die sich gegen den Temperatursturz wehren. Winterjasmin, Zaubernuss oder der winterblühende Schneeball haben einen eingebauten Kälteschutz. Auch die Winterlinge, die normalerweise erst Ende Februar blühen, aber schon seit Januar in voller Blüte stehen, werden die Kältewelle überleben. „Sie stehen bei uns recht geschützt und dürften diese Zeit überstehen“, prognostiziert Stalling.

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