Bilanz:
Allianz dämpft Erwartungen

Versicherer steigert Gewinn in 2015 – Aktie verliert trotzdem an Wert

Analysten hatten mit einem stärkeren Plus gerechnet. Allianz-Chef Oliver Bäte zeigt sich gelassen – er setzt auf langfristigen Erfolg.

München Europas größter Versicherer Allianz geht nach einem Gewinnplus 2015 mit gedämpften Erwartungen ins neue Jahr. Vorstandschef Oliver Bäte stellte am Freitag in München zwar „sehr gute Ergebnisse“ auch für die Zukunft in Aussicht. 2016 geht er aber in allen drei Sparten des Konzerns eher von einem Gewinnrückgang aus.

Die Allianz-Aktionäre sollen eine Dividende von 7,30 Euro je Anteilsschein erhalten, nach 6,85 Euro im vergangenen Jahr. Analysten hatten mit einem stärkeren Plus gerechnet.

An der Börse kamen die Nachrichten daher nicht gut an: Die Aktie verlor rund 1,25 Prozent und gehörte zu den schwächsten Werten im Dax. Die Allianz habe schlechter abgeschnitten als erwartet und vor allem bei der Dividende enttäuscht, sagte ein Händler.

Bäte zeigte sich gelassen. Dass die Allianz die Erwartungen der Finanzmärkte verfehlte, sei ihm „relativ wurscht“. Der Versicherer müsse sich um den langfristigen Erfolg kümmern und nicht darum, was in wenigen Stunden passiere. Sorge bereitet dem Allianz-Chef nach wie vor die Zinsflaute. Die derzeitige Geldpolitik als „locker“ zu bezeichnen, höre sich vielleicht gut an, sei aber für die Anleger eine Katastrophe: „Dem Sparer wird in die Tasche gegriffen, und irgendjemand anders kriegt das Geld – ich glaube nicht, dass das gut ist.“

Im abgelaufenen Jahr konnte die Allianz ihren Gewinn trotz höherer Schäden durch Naturkatastrophen steigern. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um gut zwei Prozent auf 125 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis stieg um drei Prozent auf 10,7 Milliarden Euro, verfehlte aber die vom Vorstand im vorigen Sommer ins Visier genommene Zielmarke von 10,8 Milliarden Euro. Unter dem Strich kletterte der Überschuss um sechs Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Allerdings hatten Analysten hier mit mehr gerechnet.

Auch mit seinen Erwartungen für 2016 blieb Bäte, der seit Mai 2015 an der Spitze der Allianz steht, hinter den Erwartungen zurück. Der Manager peilt einen operativen Gewinn von zehn bis elf Mrd. Euro an. Analysten rechneten zuletzt mit 10,8 Mrd.

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