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EnBW-Chef stimmt Aktionäre auf harte Zeiten ein

Der neue EnBW-Chef Frank Mastiaux hat seine Aktionäre auf grundlegende Änderungen bei dem Energiekonzern vorbereitet. «Das Energiegeschäft wandelt sich tiefgreifend - die EnBW wird es auch tun», sagte er auf der Hauptversammlung in Karlsruhe.

Zurzeit werde ein Programm «EnBW 2020» erarbeitet, mit dem sich der Konzern «auf die Chancen der Energiewende fokussieren» werde. Details könne er noch nicht nennen. Diese werde er erst im Juni mit dem Aufsichtsrat besprechen.

Einige Aktionäre bedauerten, dass es Mastiaux wie bei der Jahresbilanz vor wenigen Wochen erneut bei allgemeinen Zielvorgaben beließ. «Haben Sie noch etwas mehr für uns?», fragte Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW). Auch sein Kollege Dieter Tassler von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) kritisierte, dass bislang noch vollkommen unklar sei, auf welche Techniken die EnBW künftig setze und in welchem Zeitraum und zu welchen Kosten sie eingeführt werden sollen. «Im Moment bleibt uns nichts anderes übrig, als ihnen einen Vertrauensvorschuss einzuräumen.»

Rückendeckung erhielt der neue EnBW-Chef von Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD). Er vertritt das Land, das mit dem kommunalen Zweckverband OEW mehr als 90 Prozent der Anteile besitzt. «Wir sehen das Unternehmen bei ihm in guten Händen», sagte der Minister der Nachrichtenagentur dpa. «Mastiaux hat ein ungeschminktes Bild der EnBW gezeichnet und die Notwendigkeit eines grundlegenden Strategiewechsels aufgezeigt.» Dazu brauche er einen langen Atem. «Ich bin verhalten optimistisch, dass der Wandel gelingt.»

Mastiaux erklärte, dass für ihn die Energiewende mehr bedeute als nur den Ausbau der erneuerbaren Energien. Es müsse ein Gesamtpaket geschnürt werden, zu dem auch der Ausbau der Netze sowie der Kohle- und Gaskraftwerke gehörten. «Wenn wir die konventionellen Kraftwerke vernachlässigen, gefährden wir die Energiewende.» Diese Warnung finde zusehends auch bei der Bundesregierung offene Ohren.

Im eigenen Haus setzt Mastiaux auf den bekannten Sparkurs und Effizienzprogramme. Die EnBW habe noch Defizite bei der Kundenorientierung und werde als behäbig und langsam empfunden. «Wir habe das Image eines wenig innovativen und modernen Unternehmens.» Das müsse sich ändern. Zudem will der Konzernchef die Zusammenarbeit mit Bürgern und Kommunen deutlich verstärken. Schon jetzt unterstütze EnBW rund 50 Bürgergenossenschaften bei der Planung und dem Bau von Wind- und Sonnenkraftanlagen.

Die Notwendigkeit eines Wandels demonstrierte Mastiaux mit den Geschäftszahlen. Der EnBW war zwar im vergangenen Jahr wieder die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geglückt - mit einem Jahresüberschuss von 473,5 Millionen Euro und einem Umsatz von 19,24 Milliarden Euro. Allerdings verzeichnete das Unternehmen nicht zuletzt wegen zwei abgeschalteten Atomkraftwerken starke Rückgänge beim Stromgeschäft.

Das operative Ergebnis bei Stromerzeugung und -handel lag bei rund 1,3 Milliarden Euro. Das entspricht im Vergleich zu 2010 - dem Jahr vor der Atomkatastrophe in Fukushima und dem daraufhin in Deutschland beschlossenen Ausstieg aus der Kernkraft - einem Einbruch um ein Drittel. Das hat die Bewegungsfreiheit der EnBW eingeschränkt: Hatte sie 2010 noch 2,3 Milliarden Euro für Investitionen übrig, waren es im vergangenen Jahr nur noch 877 Millionen Euro.

Trotz der schwierigeren finanziellen Lage entschied sich die Hauptversammlung für die Ausschüttung einer Dividende von 85 Cent pro Aktie. Dies bedeute in der Summe etwa 230 Millionen Euro. Auf das Land Baden-Württemberg entfallen damit rund 108 Millionen Euro. Dies sei kein optimaler Wert, sagte Schmid. «Aber wir können damit die Schulden bedienen, die unsere Vorgängerregierung mit dem EnBW-Geschäft gemacht hat.»

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