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Integration:
Flüchtlinge werkeln an Berufskarrieren

Oldenburg Gebeugt steht Aledin Adem an der Werkbank. Die Aluminiumplatte ist im Schraubstock eingespannt. Der junge Afrikaner wirft einen Blick auf die technische Zeichnung, um den nächsten Arbeitsschritt für sein Werkstück vorzubereiten.

Vor knapp zwei Jahren flüchtete der 20-Jährige aus dem Sudan nach Deutschland. Seit dem 1. März steht er jeden Morgen um 4 Uhr auf und macht sich von Wildeshausen auf den Weg nach Oldenburg, um am Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber (Ihafa) teilzunehmen. Aledin Adem ist einer von zehn Flüchtlingen, die seit zwei Wochen im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer (HWK) Oldenburg bei dem ersten Kurs „Kompetenzerfassung“ des Projektes dabei sind.

Die Möglichkeit an dieser Aktion teilzunehmen, hatte der Sudanese durch das Job-Center erhalten, sagt er. „Ziel des Projektes ist es, in diesem Jahr 90 Flüchtlingen im Oldenburger Land zu einem Ausbildungsplatz zu verhelfen. Da die Sprachbarrieren jedoch häufig noch zu groß sind, ist Geduld gefragt“, so Dr. Thorsten Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, am Donnerstag. In seinem Bezirk seien mehr als 1200 Flüchtlinge arbeitssuchend gemeldet. An Ihafa nehmen jedoch derzeit in Oldenburg nur zehn Flüchtlinge teil. „Eignung und Motivation müssen passen“, sagte HWK–Hauptgeschäftsführer Heiko Henke.

Nach dem Projektstart mit zwei Integrationsberatern im November ist nun die zweite Phase auf dem Weg. In der aktuellen Projektstufe gehe es darum, den Flüchtlingen drei Handwerksberufe in der Praxis vorzustellen und ihnen Informationen zur Arbeit in Deutschland zu vermitteln, so Henke weiter.

Aledin Adem hat bisher die Arbeit als Maler sowie die im Bereich Metall-Arbeit kennengelernt. Für ihn ist schon jetzt klar, dass er als Mechatroniker arbeiten möchte. „Die Arbeit in den verschiedenen Stationen war bisher sehr interessant. Auch auf die dritte Abteilung, die Holzwerkstatt, freue ich mich schon“, sagt der 20-Jährige.

Es lägen 250 Absichtserklärungen von Betrieben vor, die Flüchtlingen bei Eignung einen Praktikums- bzw. einen Ausbildungsplatz anbieten würden, sagt Henke.

Gute Chancen für ihre 18- bis 40-jährigen Schützlinge sehen die Ausbildungsmeister, Dieter Kungel, Malermeister, Klaus Benedix, Metallbauermeister, und Andreas Isensee, Tischlermeister, die die zehn Flüchtlinge betreuen. „Die Motivation ist sehr groß“, so Kungel. Ab dem 1. April werden 15 weitere Flüchtlinge durch Ihafa Handwerksberufe kennenlernen.

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