29.06.2012

Gutachten
Graft: Bäume stehen kurz vor dem Fall

Viele Exemplare sind bereits tot oder kurz vor dem Absterben – Verschiedene Arten betroffen

Laut Expertenmeinung liegt die Ursache beim Standort. Tiefer stehende Bäume sind schwerer betroffen.
Christin Horrmann

DELMENHORST Es steht nicht gut um die Bäume in der Graft. Das bestätigte nun auch eine offizielle Begutachtung durch das Hamburger Institut für Baumpflege. Die Stadt hatte das Gutachten in Auftrag gegeben. bereits am 6. Juni hatte sich Holzwirt Dr. Horst Stobbe die Bäume vor Ort angesehen. Die Ergebnisse sind nun im Internet einsehbar.

Baumsterben in Delmenhorst

Demnach ist der Bestand beim Rodelberg nahezu vollständig abgestorben. Zum Zeitpunkt der Besichtigung seien die Bäume größtenteils vollständig ohne Laub gewesen – ein Indiz dafür, dass die Pflanzen bereits tot sind. Betroffen ist dabei nicht nur eine Art: Ahorn, Buche und Rot-Eiche sind anscheinend nicht vor dem stark gestiegenen Grundwasser in der Graft sicher. Sogar Erlen, die laut Gutachten normalerweise eher unempfindlich gegenüber starker Nässe sind, zeigten kein Leben mehr.

Ähnlich sieht es auf den bereits gesperrten Graftwiesen entlang der Radwege aus. Doch nicht alle Bäume scheinen vom Absterben bedroht zu sein: Die Exemplare an den Wegesrändern des Parkbereiches zeigten keine oder kaum Veränderungen. Ebenso waren die Bestände in höher gelegenen Parkteilen zum Beispiel beim Kinderspielplatz am Max-Planck-Gymnasium nicht vom Absterben betroffen. „Somit ist vor allem der Standort und nicht so sehr die Baumart entscheidend für den Umfang der Schädigung“, schlussfolgert Stobbe in seinem Gutachten. Doch was tun mit den Bäumen? Der Holzwirt empfiehlt, die betroffenen Exemplare aus Gründen der Verkehrssicherheit zu fällen. Laut Auskunft der Stadt sind dies nach ersten Erkenntnissen ungefähr 80 bis 100 Bäume. Außerdem soll das Wasser weiterhin abgepumpt werden.

Die bereits abgesperrten Bereiche entlang der Radwege sollten weiterhin gesperrt bleiben, empfiehlt der Gutachter. Doch Heiko A. Honisch vom Bündnis „Rettet die Graft“ reicht die aktuelle Sperrung nicht aus. „Es muss noch sicherer abgesperrt werden und den Leuten erklärt werden warum“, meint Honisch. Laut ihm sei vielen Radfahrern und Spaziergängern die von den Bäumen ausgehende Gefahr gar nicht bewusst. Das Gutachten bestätigt seiner Ansicht nach genau das, was das Aktionsbündnis selbst festgestellt hat. Die Frage ist laut ihm:„Stadt, wie machst du nun weiter?“

Laut Timo Frers, Pressesprecher der Stadt, werden die Bäume nun einzeln begutachtet. Erst danach könne man genauer sagen, ob Absperrungen erweitert werden müssen. Ende August oder Anfang September soll geklärt werden, welche Bäume genau gefällt werden müssen. Im Spätherbst könnte damit begonnen werden, so Frers.

NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.NWZonline.de/tv

 @ Das Gutachten im Internet: http://www.delmenhorst.de

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Christin Horrmann

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Tel.: 0441 9988 2003
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