Werften:
Lloyd als Kern eines neuen Schiffbauriesen

Asiatischer Genting-Konzern kauft auch „Nordic Yards“ an der Ostsee

Hongkong/Bremerhaven Der asiatische Genting-Konzern setzt im boomenden Markt für Kreuzfahrtschiffe auf Deutschland. Nach dem Erwerb der Bremerhavener Lloyd-Werft (2015) verkündete Genting in Hongkong nun die Übernahme der drei Werften von Nordic Yards in Wismar, Warnemünde und Stralsund. Alle vier bilden die „Lloyd Werft Group“. Sie solle der viertgrößte Bauer von Kreuzfahrtschiffen werden.

Als Preis für die Ostsee-Werften nannte Genting 230,6 Millionen Euro. Die Zukunft der Betriebe galt lange als unsicher, Mitarbeiter bangten um Arbeitsplätze. Die IG Metall begrüßte am Mittwoch den Einstieg von Genting.

Der Konzern will seine Kreuzfahrtstrategie sichern. „Das schnelle Wachstum der weltweiten Kreuzfahrtbranche, besonders in China, hat die Auftragsbücher für Kreuzfahrtschiffe auf ein Allzeit-Hoch gebracht“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Genting Hongkong, Tan Sri Lim Kok Thay. Die Akquisitionen seien für Genting strategisch wichtig.

Durch den Erwerb der Werften solle sichergestellt werden, dass Genting in den nächsten zehn Jahren die erforderlichen neuen Kreuzfahrtschiffe fristgerecht und kosteneffizienter bauen könne. Der Genting-Chef verwies auf die lange Tradition und die Effizienz in Deutschland beim Bau hochqualitativer und innovativer Kreuzfahrtschiffe und Großjachten.

Zu Genting (Konzernsitz Kuala Lumpur/Malaysia) gehören die drei Kreuzfahrtmarken Crystal Cruises, Dream Cruises und Star Cruises. In Deutschland sollen zunächst vier Luxuskreuzfahrtschiffe und vier Flusskreuzfahrtschiffe für die Genting-Reedereien geplant und gebaut werden.

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