Agrar:
„Milchkuh muss nach draußen“

Welttierschutzgesellschaft fordert Haltungsverordnung

Oldenburg Egal ob Schweine, Kälber oder Mastkaninchen – für fast alle Nutztiere in Deutschland gibt es gesetzliche Vorschriften zur Haltung. „Nur für die 4,3 Millionen Milchkühe in Deutschland gibt es über die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes hinaus praktisch keine Regelungen“, sagt Dr. Leif Koch, politischer Referent der Welttierschutzgesellschaft. „Im Grunde kann man Milchkühe fast halten, wie man will.“

Der eingetragene Verein aus Berlin will das nun ändern, wie Koch am Freitag in Oldenburg erläuterte. Gemeinsam mit der Tierschutzorganisation „Pro Vieh“ hat er die Kampagne „Kuh+Du“ ins Leben gerufen, die von der Bundesregierung die Einführung einer Haltungsverordnung für Milchkühe fordert. Eine entsprechende Online-Petition hätten schon rund 169 000 Bürger unterstützt.

Bedenklich stimmt den Verein, der auch die vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium und dem Grünlandzentrum Niedersachsen-Bremen (Ovelgönne) initiierte „Charta Weideland“ mit vorangetrieben hat, vor allem die Hochleistungszucht und der verstärkte Einsatz von Kraftfutter. „Turbokühe“, die 12 000 bis 14 000 Liter Milch liefern würden, seien schnell „ausgepowert“ und anfälliger für Krankheiten, so Koch.

In der geforderten Haltungsverordnung stehen laut Koch vor allem drei Aspekte im Fokus. Erstens fordert die Kampagne ein Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung ab 2020. Zweitens setzt sich „Kuh+Du“ dafür ein, dass alle Milchkühe regelmäßig auf die Weide oder, wo das nicht möglich ist, zumindest auf einen Laufhof kommen. „Für eine tierschutzgerechte Haltung müssen die Tiere nach draußen“, ist Koch überzeugt.

Und drittens sieht der Entwurf vor, dass Landwirte künftig einen Sachkundenachweis zu allen Bereichen der Milchkuhhaltung erbringen müssen. „Bei all unseren Forderungen steht die Kuh immer im Mittelpunkt“, betont Koch.

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Jörg Schürmeyer

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09.01.2016
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