Konjunkturumfrage:
Mittelstand: Aktuelle Lage so gut wie nie

Erwartungen aber verhaltener – DIHK rechnet mit Wachstum von 1,3 Prozent

Als Risiko werten viele Firmen die Wirtschaftspolitik der Regierung. Bei Investitionen halten sich viele zurück.

Berlin Der Absturz an den Börsen ist nach Einschätzung der Wirtschaft keine unmittelbare Gefahr für den robusten Aufschwung in Deutschland. In einer DIHK-Konjunkturumfrage schätzen die 27 000 befragten Firmen aus dem Mittelstand ihre Geschäftslage so gut ein wie noch nie.

Die Börsenentwicklungen zeigten eher die Verunsicherung an den Märkten, ein Überspringen auf die produzierende Wirtschaft sei derzeit unwahrscheinlich. „Unter dem Strich sprechen die positiven Geschäftserwartungen gegen einen Konjunkturabsturz“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, am Mittwoch.

Der DIHK bestätigte seine Prognose aus dem Herbst, dass die Wirtschaftsleistung 2016 um 1,3 Prozent zulegen könnte. Das ist eine vorsichtige Schätzung. Die Bundesregierung und der Internationale Währungsfonds (IWF) erwarten bis zu 1,7 Prozent – in dieser Größenordnung war Europas Volkswirtschaft bereits 2015 gewachsen.

Jedoch blicken nicht alle Firmen optimistisch nach vorne. Fast jedes zweite Unternehmen bewertet die Wirtschaftspolitik der schwarz-roten Bundesregierung als Aufschwungrisiko Nummer eins. Die Unternehmen fürchten neben steigenden Kosten bei der Energiewende weitere Vorschriften auf dem Arbeitsmarkt, etwa Einschränkungen bei Zeitarbeit und Werkverträgen: „Wir haben eine super Lage, aber verhaltene Erwartungen“, sagte Wansleben.

Dementsprechend zurückhaltend wollen die Betriebe investieren. „Das ist eine schlechte Nachricht.“ Angesichts billiger Kredite und des großen Nachholbedarfs seien mehr Investitionen wichtiger denn je. Auf dem Arbeitsmarkt hält die gute Entwicklung noch an. Nach DIHK-Schätzung entstehen weitere 220 000 neue Stellen.

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Mittelstand: Aktuelle Lage so gut wie nie
Als Risiko werten viele Firmen die Wirtschaftspolitik der Regierung. Bei Investitionen halten sich viele zurück.
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11.02.2016
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