Sommerurlaub:
Terrorangst setzt Airlines und Reisekonzerne unter Druck

Die Explosionen in Brüssel lassen die Terrorangst auch an den Börsen wieder erwachen. Es trifft vor allem Fluggesellschaften und die Tourismus-Industrie. Belgische Behörden gehen von Terrorattacken aus.

LondonDie möglichen Terrorattacken in Brüssel haben die Angst vor weiteren Anschlägen in Europa neu entfacht und am Dienstag auch Airlines und Reisekonzerne unter Druck gesetzt. Nach den Explosionen am Flughafen und in der U-Bahn der belgischen Hauptstadt verzeichneten etliche Papiere deutliche Einbußen.

Die Aktien der Lufthansa verloren am Vormittag 2,62 Prozent und rangierten damit im deutschen Leitindex Dax am Ende. In London rutschten die Anteile am britischen Reiseveranstalter Thomas Cook sogar um 5,35 Prozent ab. Das europäische Branchenbarometer Stoxx Europe 600 Travel & Leisure musste ein Minus von 2,44 Prozent hinnehmen. Die Sicherheitsbehörden in Belgien gehen nach Berichten des öffentlichen Senders RTBF inzwischen von Terroranschlägen aus.

Kurzfristig leiden nach Einschätzung von Uwe Eilers von der Geneon Vermögensmanagement Aktien wie Fraport und Lufthansa darunter, dass einige Reisende vielleicht aus Angst Flughäfen meiden werden. Die Titel von Fraport verloren zuletzt rund 2 Prozent an Wert. „Unsicherheit heißt an der Börse erst mal verkaufen“, sagte ein anderer Börsianer - und das betreffe bei Terroranschlägen in einer ersten Reaktion vor allem die Reiseanbieter und die Versicherer.

Auch der Gesamtmarkt in Deutschland wurde von den Nachrichten aus Belgien über mehrere Tote und Verletzte ins Minus gedrückt. Der Dax sackte zum Handelsstart um knapp 2 Prozent ab, konnte seine Verluste anschließend aber wieder eindämmen: Über eine Stunde später stand der deutsche Leitindex noch 0,68 Prozent tiefer bei 9881,06 Punkten. Auch in Belgien gingen viele Aktienkurse auf Talfahrt. Der europäische Index EuroStoxx 50 weitete in der ersten Handelsstunde seine Verluste aus und notierte zuletzt 1,07 Prozent tiefer bei 3016,13 Punkten.

„Der Terror hat uns wieder fest in der Hand“, sagte Robert Halver von der Baader Bank. „Er hat sich in Europa etabliert, ist zu einer latenten und tatsächlichen Bedrohung geworden. Das, was in Brüssel gerade passiert, lässt auch die Aktienbörsen in Europa nicht kalt.“

Thomas Cook, Europas zweitgrößter Reiseveranstalter, legte Zahlen zur jüngsten Entwicklung der Buchungen vor. Nach den Terroranschlägen in der Türkei hofft das Unternehmen auf ein starkes Last-Minute-Geschäft. Ein Teil der Kunden verschiebe die Entscheidung über den Sommerurlaub wegen politischer Unsicherheiten in einigen Ländern, teilte der Konzern mit Marken wie Neckermann Reisen und dem Türkei-Spezialisten Öger Tours in London mit.

Laut Vorstandschef Peter Fankhauser gibt es starke Buchungszuwächse für Spanien und seine Inseln sowie Fernziele wie die USA und Kuba. Insgesamt lägen die Sommerbuchungen bislang aber um fünf Prozent niedriger als vor einem Jahr. Der Thomas-Cook-Aktienkurs gab zum Handelsauftakt um 5 Prozent nach. Die gesamte Luftfahrt- und Reisebranche war am Morgen von Terrorsorgen nach einem Anschlag am Brüsseler Flughafen belastet.

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