Klinik-Krise:
Beschäftigte verzichten endgültig aufs Weihnachtgeld

KKOM-Mitarbeiter bekommen außerdem bis 2015 keine Tariferhöhung über einem Prozent

Die Mitarbeiter der Katholischen Kliniken Oldenburger Münsterland (KKOM) hatten das Weihnachtsgeld 2012 zunächst gestundet, nun verzichten sie endgültig. Zudem bekommen sie bis 2015 keine Tariferhöhung über einem Prozent.

Cloppenburg Die 2300 Mitarbeiter der Katholischen Kliniken Oldenburger Münsterland (KKOM) verzichten endgültig auf das Weihnachtsgeld 2012, nachdem sie diese Jahressonderzahlung der KKOM bislang bereits gestundet hatten. Die Arbeitsrechtliche Kommission der Caritas-Regionalkommission Nord hat am Freitagabend nach elfstündiger Beratung einem entsprechenden Antrag der KKOM-Geschäftsführung auf Streichung des Weihnachtsgeldes entsprochen.

Wie berichtet, ist die Streichung, mit der die KKOM rund 3,5 Mio Euro einsparen, Teil eines Sanierungskonzeptes für den finanziell stark angeschlagenen Klinikverbund, der nach dem Ausscheiden von Löningen jetzt nur noch Häuser in Cloppenburg, Vechta und Emstek unterhält.

Zudem verzichten die Beschäftigten bis Ende 2015 auf Tariferhöhungen, die ein Prozent übersteigen. Auch damit spart der Krankenhaus-Verbund noch einmal einen Millionenbetrag ein. Ursprünglich war die Verschiebung von Tariferhöhungen für 2012 und 2013 beantragt worden, diese hätte eine Entlastung von rund 1,9 Mio Euro gebracht.

Nicht zuletzt auf Grund der finanziellen Opfer der Mitarbeiter verzichtete die Klinikleitung inzwischen auf die angekündigten 150 Entlassungen. Der Verzicht der Beschäftigten ist gekoppelt an ein Versprechen des Bischöflich-Münsterschen Offizialats in Vechta, sich als Träger des Klinik-Verbunds mit einer Finanzspritze von rund sieben Millionen Euro zu beteiligen. Außerdem müssen die Banken ihre Zusage einhalten, die KKOM weiter mit frischem Geld zu versorgen.

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Leserkommentare

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  haliol 23.02.2013, 22:26:26
Oh welch Schande. Kein Weihnachtsgeld.

Ich bekomme seit 10 Jahren keines mehr......
  Ott-br 23.02.2013, 13:22:32
Und immer taucht die Frage auf warum?
Finanziert der Staat Krankenhäuser zu 100 % und gibt dann diese Krankenhäuser in kirchlicher Trägerschaft. Wo dann die Mitarbeiter zu kirchlichen Bedingungen nicht zu Bedingungen des deutschen Arbeitsrechtes arbeiten müssen.
Oder der Staat verkauft Krankenhäuser an eine private Trägerschaft, die dann dort ihren Profit für die Anleger herausholen.
Alles auf Kosten der Mitarbeiter und Patienten.

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Carsten Mensing

Cloppenburg
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