01.08.2012

Windenergie
Bundesminister lobt Chancen für Offshore

Technik müsse langfristig getestet werden – Regelung der Haftung offen

dpa

CUXHAVEN Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sieht beste Exportchancen durch den Aufbau der Offshore-Windenergie. „Wir machen Pionierarbeit mit weltweiter Relevanz“, sagte Ramsauer am Dienstag bei einem Besuch der Offshore-Basis in Cuxhaven. Windenergie auf hoher See könne zu einem Exportschlager werden, mit dem Deutschland weltweit punkten könne. Angesichts des großen Potenzials sprach der Minister vom „Öl des Nordens“. Noch müssten große Hindernisse überwunden werden. So fehle es an Langzeiterfahrungen, ob die Technik den harten Anforderungen auf See dauerhaft standhalten könne.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) sagte, er glaube fest an die Zukunft der Offshore-Windenergie. „Sie ist eine Jahrhundertchance für die deutsche Nordseeküste, aber sie ist eine gigantische Herausforderung technischer und finanzieller Art.“

Als entscheidende Engstelle nannte Ramsauer den Netzausbau, um die Windparks an das Leitungsnetz an Land anschließen und die großen Strommengen in den Süden Deutschlands transportieren zu können. McAllister forderte eine schnelle gesetzliche Regelung zur Begrenzung des Haftungsrisikos für die Betreiber von Windparks. Ein Gesetzentwurf dazu solle im Herbst vorliegen, sagte Ramsauer. Beide waren sich einig, dass im Haftungsrisiko ein großes Investitionshemmnis liege, das schnell beseitigt werden müsse.

Mit dem Gesetz werde das Risiko von Netzausfällen weitgehend von den Betreibern genommen und auf die Verbraucher verlagert. Welche Mehrkosten in den nächsten Jahren insgesamt auf die Stromkunden zukommen, sei noch nicht abzusehen, betonte der Minister.

Niedersachsen wünsche sich eine Netzgesellschaft mit befristeter Beteiligung des Bundes, damit der Ausbau der Stromtrassen schneller vorangebracht werden könne, sagte McAllister. Nach Ramsauers Ansicht rächt sich hier ein Stück energiepolitischer Liberalisierung. Wären die Strukturen so geblieben, würden die Erzeuger zügiger daran gehen, die Netze auszubauen, äußerte sich der Minister überzeugt.

Nach Ramsauers Angaben sind vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie inzwischen 28 Windparks auf hoher See in der ausschließlichen deutschen Wirtschaftszone genehmigt worden.

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