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Chemieunfall In Uplengen:
Die Braut bekommt ihr Kleid nun doch zurück

Uplengen Frohe Kunde für 170 Menschen aus dem Nordwesten: Sie bekommen ihre Kleidung und Wertgegenstände zurück, die sie nach dem Chemieunfall am vergangenen Sonnabend in Uplengen (Kreis Leer) abgegeben haben. Die Sachen müssen nicht vernichtet werden, eine Reinigung ist möglich, hat die Gemeinde Uplengen in Zusammenarbeit mit der Kölner Firma Buchen Umweltservice am Freitag entschieden. „Anfang kommender Woche werden wir mit der Arbeit beginnen“, sagt Enno Ennen, Bürgermeister von Uplengen, auf Nachfrage von NWZonline.

170 Menschen waren in einer Sammelstelle in Uplengen untersucht worden und hatten dabei ihre Kleidung und teilweise auch ihre Wertsachen abgeben müssen. Die Polizei hatte am vergangenen Sonnabend zu dieser Vorsichtsmaßnahme aufgerufen, weil ein Paket mit dem hochgiftigem Natriumselenit im Warenverteilzentrum des Paketdienstleisters DPD beschädigt worden war. Dort hätten auch andere Kartons mit der Substanz verseucht worden sein können, die noch am Morgen nach Westerstede, Friesoythe und Wardenburg geliefert worden waren.

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Zurzeit lagern die Gegenstände, auf luftdichte Plastikbeutel verteilt, in Containern. Alles werde dokumentiert und dann von dem Kölner Fachunternehmen sowie einem Unternehmen aus der Region professionell gereinigt, kündigt Enno Ennen an. Die Rücksendung der Kleidung an die Betroffenen übernimmt der DPD, in dessen Warenverteilzentrum das Unglück passiert war. „Damit wollen wir uns der Verantwortung stellen, schließlich war es ein DPD-Paket, dass diese Beeinträchtigungen ausgelöst hat“, sagt Unternehmenssprecher Peter Rey gegenüber NWZonline. Für die Betroffenen werde eine Aufmerksamkeit beigelegt. Ein Hochzeitspaar aus dem Ammerland, das seine Festkleidung samt Brautkleid abgeben musste, wird besonders entlohnt: Es bekommt eine Wochenendreise nach Paris.

Die rechtliche Verantwortung für die Katastrophe liegt vermutlich an anderer Stelle. „Wir beschäftigen uns mit dem Versender des Pakets“, sagt Polizeisprecher Lars Zengler am Freitag gegenüber NWZonline. 25 Kilogramm des hochgiftigen Natriumselenits waren offenbar ohne warnende Kennzeichnung verschickt worden. Da zehn Mitarbeiter des DPD nach dem Vorfall mit Atembeschwerden in eine Klinik gebracht werden mussten, wird zunächst wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Das Natriumselenit war an den Betreiber einer Biogasanlage in Friesoythe geschickt worden, der die Substanz laut Polizei rechtmäßig erworben hat. Doch wozu wird der hochgefährliche Stoff dort eingesetzt? Selen sei ein Spurenelement, das die Bakterien in einer Biogasanlage brauchten, erklärt Manuel Maciejczyk, Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas in Freising. Natriumselenit sei eine Art chemische Verpackung, in der das Selen sich verarbeiten lasse. Auch Maciejczyk stuft die Substanz als gefährlich ein. Allerdings werde Natriumselenit in so geringer Konzentration in einer Biogasanlage beigemischt, dass dadurch keine Gefahr nach außen dringe.

Letztlich ist offenbar kein Mensch ernstlich zu Schaden gekommen. „Es ist glimpflich ausgegangen“, sagt auch Polizeisprecher Lars Zengler.

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