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Krise um Bremer Reederei Beluga: Heute spricht der Staatsanwalt

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Krise um Bremer Reederei Beluga: Heute spricht der Staatsanwalt

BREMEN Nach außen hin geht bei der angeschlagenen Bremer Beluga-Reederei der Geschäftsbetrieb normal weiter. Hinter den Kulissen laufen die Gespräche nach der Beurlaubung von Unternehmensgründer Niels Stolberg und der Übernahme des Managements durch den US-Finanzinvestor Oaktree aber auf Hochtouren.

An diesem Dienstag will die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob sie ein Ermittlungsverfahren gegen den gebürtigen Braker Stolberg einleitet. Bislang laufen Vorermittlungen.

Medienberichten zufolge fühlt sich der Investor Oaktree, der mit 49,5 Prozent an dem Marktführer für Schwergut-Transporte beteiligt ist, von dem 50-Jährigen getäuscht. Er habe den Investor nicht richtig über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens informiert. Nach Informationen von „Radio Bremen“ lässt sich Stolberg vom renommierten Strafrechtler Hanns W. Feigen vertreten, der u.a. den einstigen Post-Chef Klaus Zumwinkel und den ehemaligen Infineon-Chef Ulrich Schumacher zu seinen Klienten zählt.

Unterdessen hat Oaktree gegenüber Schiffsfonds und Banken auch mit einer Insolvenz gedroht. Schifffahrtskreise bestätigten am Montag dieser Zeitung einen Bericht der „Financial Times Deutschland“, wonach der US-Investor bei einem Treffen in der vergangenen Woche in Hamburg Emissionshäuser und Geldinstitute aufgefordert habe, Charterraten zu verringern und Forderungen aus Krediten zu reduzieren bzw. für einen bestimmten Zeitraum vollständig darauf zu verzichten. Von einem „Ultimatum“ war in Branchenkreisen die Rede. Sollten Fonds und Banken nicht auf die Forderungen eingehen, müsse Beluga zum 14. März Insolvenz anmelden.

Betroffene Schiffsfonds-Emittenten (u.a. das Hamburger Emissionshaus HCI Capital sowie Nordkontor und die Oltmann-Gruppe aus Leer) haben sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. „Wir wollen für unsere Schiffsfonds-Anleger retten, was zu retten ist“, sagte am Montag der Sprecher des Emissionshauses Owner-Ship aus Hamburg dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.

„Die Entwicklung bei Beluga hat uns wie der Blitz getroffen“, sagte André Tonn, Geschäftsführer bei der Leeraner Oltmann-Gruppe. In der Vergangenheit habe es mit der Reederei nie Probleme gegeben. Bei Oltmann seien fünf Schiffe betroffen, zwei davon nur indirekt. Für die an Beluga vercharterten Schiffe bemühe man sich, eine Ersatzbeschäftigung zu finden. „Wir werden keinen großen Schaden haben, aber jeder Schaden ist ärgerlich und kostet Geld“, sagte er.

Auch die Bremer Landesbank gab sich am Montag gelassen. „Für uns gibt es keine bedrohliche Situation, wir werden durch die Entwicklung bei Beluga nicht in Schwierigkeiten geraten“, sagte eine Sprecherin dieser Zeitung. Die Risikopositionen in Sachen Beluga seien „überschaubar“ und „werden unsere Ertragslage nicht substanziell beinträchtigen“. Auf die Frage, wie stark die Bank bei Beluga involviert sei, wollte die Sprecherin keine Angaben machen.

Was aus der Beluga-Firmenzentrale und den 500 Mitarbeitern am Standort Bremen wird, ist derweil ebenso weiter offen, wie das finanzielle Beluga-Engagement für soziale, kulturelle und sportliche Projekte. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Restrukturierung“, sagte eine Oaktree-Sprecherin. Sie bestätigte, dass mehrere leitende Angestellte suspendiert worden seien.

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