NWZonline {{SHARING.setTitle("Schwere Vorwürfe gegen Niels Stolberg")}}

Prozess Um Beluga-Pleite:
Schwere Vorwürfe gegen Niels Stolberg

Bremen Mit schweren Vorwürfen gegen Ex-Reeder Niels Stolberg hat in Bremen einer der größten Wirtschaftsprozesse in der Schifffahrtsbranche begonnen. Der 55-jährige Gründer der Schwergutreederei Beluga soll laut Staatsanwaltschaft „bewusst und gewollt“ mit anderen Managern Bilanzen geschönt, Rechnungen gefälscht und Investoren hintergangen haben. Am ersten Prozesstag hatte die Staatsanwaltschaft das Wort. Die Angeklagten wollen nächste Woche aussagen.

Multimedia-Reportage: Beluga – Spuren eines Untergangs

NWZ-Spezial zum Thema Beluga

Kommt es am Ende des Prozesses - vermutlich im kommenden Herbst - zu Schuldsprüchen, könnten möglicherweise mehrjährige Haftstrafen verhängt werden. Am ersten Prozesstag am Mittwoch verlasen zunächst die Staatsanwälte über zwei Stunden lang die insgesamt drei Anklagen aus den Jahren 2012, 2013 und 2014.

Stolbergs Anwalt, Bernd Groß, kündigte für nächsten Mittwoch eine ein- bis eineinhalbstündige Aussage seines Mandaten an. „Dabei wird sich vieles relativieren, einiges wird sich als falsch herausstellen und zu den Sachen, wo Herr Stolberg die Verantwortung zu übernehmen hat, und es sozusagen auch Vorwürfe gibt, die berechtigt sind, wird Herr Stolberg sich auch dazu bekennen“, so Groß.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft haben Stolberg und ein anderer Ex-Manager in 16 Fällen Banken über die Kosten von 20 neuen Schiffen getäuscht, damit die Geldinstitute höhere Kredite gewährten. Die beiden Angeklagten hätten einen gemeinsamen Tatplan gefasst, sagte Staatsanwalt Frank Passade. Dabei hätten sie eine deutlich höhere Fremdfinanzierung von der Bremer Landesbank, der Norddeutschen Landesbank, der einstigen Dresdner Bank, der Commerzbank und der HSH Nordbank erhalten.

Außerdem sollen Stolberg und zwei seiner Mitangeklagten die Umsatzerlöse und die Auftragslage des Beluga-Konzerns beim Einstieg des US-Investors Oaktree frisiert haben. Dazu dienten unter anderem fingierte Rechnungen von Scheinfirmen in Panama. Für die Finanzierung von Schiffsneubauten habe Beluga dringend Geld gebraucht, um die nötige Eigenkapitalquote erbringen zu können, sagte der zweite Staatsanwalt Ingo Rathke.

Um die wirtschaftliche Lage von Beluga besser aussehen zu lassen, hätten die Angeklagten unter anderem gefälschte Rechnungen und Aufträge vorgelegt sowie Zahlungen als Scheinumsätze verbucht. Stolberg habe in allen Fällen in der Absicht gehandelt, seiner Reederei Einnahmen zu verschaffen, sagte Rathke. Der Oaktree-Tochter OMC Finance sei dadurch ein Vermögensverlust von rund 5,4 Millionen Euro entstanden.

„Ich bin froh, dass es endlich losgeht“, hatte Niels Stolberg gegenüber der Nordwest-Zeitung gesagt. „Ich habe Fehler gemacht. Ob das strafrechtlich relevant ist, müssen jetzt andere entscheiden.“ Sein größter Fehler, das sagt er immer wieder, sei die Liaison mit Oaktree gewesen. „Ich glaube, viele Leute sehen nur das, was in den vergangenen fünf Jahren passiert ist“, sagt er. „Sie fragen nur: Kommt der ins Gefängnis? Aber es gibt auch Leute, die mich 20 Jahre lang beobachtet haben. Und die wissen: Der hat tolle Dinge gemacht.“

Video

Bissel/Beverbruch
Bild zur News: Vier Verletzte bei Unfall nahe Beverbruch

Ein Mann In Lebensgefahr
Vier Verletzte bei Unfall nahe Beverbruch

Beim Überholen hatte der Fahrer eines Kombis einen entgegenkommenden Kastenwagen übersehen, beide Wagen stießen frontal zusammen. Die Garreler Straße musste für die Bergungsarbeiten voll gesperrt werden.

Oldenburg
Bild zur News: „Was übrig bleibt, ist ein Taschengeld“

Erzieherinnen In Finanznot
„Was übrig bleibt, ist ein Taschengeld“

Ab 2017 gelten auch in Oldenburg neue Förderrichtlinien in der Kindertagespflege – verbessern wird sich wenig. Selbstständige Erzieherinnen leben oft am Existenzminimum.

Bremen
Bild zur News: Folgt der nächste Akt im Torwarttheater?

Werder Bremen
Folgt der nächste Akt im Torwarttheater?

Zwischen den Pfosten des Bremer Tores ist die einzige Konstante die Inkonstanz. Eines haben beide Keeper gemeinsam: Sie kassieren zu viele Gegentore.

Wilhelmshaven
Bild zur News: Mehrere Schüler durch  Reizgas verletzt

Feuerwehreinsatz In Wilhelmshaven
Mehrere Schüler durch Reizgas verletzt

Das Gas war aus seiner zu Boden gefallenen Spraydose entwichen. 30 Schüler der IGS wurden vor Ort behandelt, sieben zur Beobachtung ins Klinikum gebracht.

Oldenburg
Bild zur News: Leute, wo ist denn euer Mitgefühl geblieben?

Kommentar Missbrauch Einer 18-Jährigen
Leute, wo ist denn euer Mitgefühl geblieben?

Der sexuelle Missbrauch einer jungen Frau in Oldenburg hat hohe Wellen geschlagen. Statt mit dem Opfer mitzufühlen, reagieren viele Facebook-Nutzer mit Hohn und Spott. NWZ-Redakteurin Inga Wolter findet das „herzlos und einfach nur stumpf“.

Cuxhaven
Bild zur News: Durchsuchungen in Cuxhavener Taxibetrieben

Verdacht Auf Schwarzarbeit
Durchsuchungen in Cuxhavener Taxibetrieben

58 Objekte nahmen Staatsanwaltschaft, Zoll und Polizei unter die Lupe. Dabei fanden sie erheblichen Mengen Bargeld – und noch Einiges mehr.

Oldenburg
Bild zur News: Oldenburger Studentin rettet Flüchtlinge im Mittelmeer

Mutiger Einsatz
Oldenburger Studentin rettet Flüchtlinge im Mittelmeer

Der Verein „Jugend rettet“ sucht mit einem eigenen Schiff im Mittelmeer nach Flüchtlingen. Mit an Bord war die Oldenburger Medizinstudentin Sabeth Becker. Dabei kam die 24-jährige im Angesicht menschlichen Leids an ihre Grenzen.

Delmenhorst
Bild zur News: Drei Hundewelpen aus Garten gestohlen

Tierdieb In Delmenhorst
Drei Hundewelpen aus Garten gestohlen

Wie dreist ist das denn: Eine Hausbewohnerin hörte verdächtige Geräusche im Garten – da waren die drei Jack-Russel-Welpen schon weg. Die Polizei sucht nun Hinweise.

Oldenburg
Bild zur News: Hier bestimmen Radler die Ampelphasen   selbst

Innovation In Oldenburg
Hier bestimmen Radler die Ampelphasen selbst

Wärmebildkameras verkürzen Stehzeit nach Bedarf – je mehr Radler, desto länger die Grünphase. So kann besser auf die Schüler-Massen morgens und mittags reagiert werden. Das kam auch bei einer Jury gut an.