Tourismus
Sommerferien sollen entzerrt werden
Niedersachsen will neue Regelung – Gastgewerbe befürchtet Einbußen
Niedersachsen will neue Regelung – Gastgewerbe befürchtet Einbußen
JEVER Die Sommerferientermine der Bundesländer müssen nach Ansicht des Tourismusverbands Niedersachsen (TVN) entzerrt werden. Überschneidungen von Ferienzeiten dürften möglichst nur kurze Zeitspannen umfassen, forderte der Verbandsvorsitzende, der Landrat des Kreises Friesland, Sven Ambrosy (SPD). „Wir brauchen einen größeren Korridor“, sagte er.
Es sei gut, dass sich Niedersachsen bei der Kultusministerkonferenz für eine andere Regelung ab 2018 einsetze. „Ansonsten gehen uns Gäste verloren“, betonte Ambrosy. Ideal sei – „auch im Interesse der Urlauber“ – eine Entzerrung auf 90 Tage. Mit rund 338 000 Arbeitsplätzen sei der Tourismus der größte Arbeitgeber im Land. Die Landesregierung müsse daher die Rahmenbedingungen verbessern, um die sozialversicherungspflichtigen und standortgebundenen Arbeitsplätze zu sichern, betonte Ambrosy. Dazu zähle eine „optimale Infrastruktur“ ebenso wie der Ausbau des schnellen Internets in ländlichen Regionen.
Um die Bedürfnisse der Branche besser und effizienter vertreten zu können, sei zudem eine Bündelung der bislang auf verschiedene Ministerien verteilten Zuständigkeit unter dem Dach des Wirtschaftsministeriums nötig. Außerdem müsse sich das Land in Brüssel um EU-Fördergelder für den Tourismus bemühen.
Die am Donnerstag vom Bundesverwaltungsgericht geforderte Begrenzung der umstrittenen Bettensteuer auf Touristen sei grundsätzlich richtig, sagte Ambrosy. Jedoch bleibe der TVN dabei, dass die sogenannte Fremdenverkehrsabgabe der bessere Weg sei. Die Abgabe sei breiter aufgestellt und zweckgebunden, da alle zahlen müssten, die von den Touristen profitieren, „vom Bäcker bis zum Banker“.
Trotz des schlechten Wetters kommen nach TVN-Angaben weiter viele Gäste nach Niedersachsen. „Die Zahlen sind gut. Wir haben sehr treue Gäste“, so Ambrosy. Er räumte ein, dass die guten Zahlen vor allem auf Geschäftsreisen- und Städtetouristen zurückzuführen seien.
Vor allem Tages- und Wochenendgäste ließen sich hingegen vom schlechten Wetter abschrecken. Befragungen hätten allerdings ergeben, dass das Wetter nur eine untergeordnete Rolle für Urlauber, etwa an der Nordsee, spiele.
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