19. Juni 2010


Formschöne und langlebige Möbel

Die alte Holzdrehbank seines Großvaters aus dem Jahre 1910 hatte es ihm schon in jungen Jahren angetan. „Dieses Maschine war ausschlaggebend für meinen Berufsweg“, erinnert sich Heinz Dreesmann. Sehr gerne beschäftigte er sich schon als kleiner Junge mit dieser Maschine, mit der schon sein Opa Stühle herstellte.

So stand für den Hollweger sehr früh sein Berufswunsch fest: er wollte Drechsler werden. Doch gegen Ende des Krieges war es Voraussetzung, zuvor Stellmacher zu erlernen und dann den Beruf des Drechslers – 1944 und 1947 hat er die Prüfungen erfolgreich absolviert.

1961 folgte der Schritt in die Eigenständigkeit. Haus und Werkstatt wurden in Hollwege gebaut. Seither übt Heinz Dreesmann mit großer Leidenschaft dieses Handwerk aus. Anfänglich startete er mit viel Handwerkzeug und der alten Holzdrehbank von 1910, die er übrigens noch heute hat. Nach und nach wurden verschiedene Drechselmaschinen, Drehbänke, Hobelmaschinen, Kreis- und Bandsägen, Schleifmaschinen angeschafft – eben stetig modernisiert.

Während Heinz Dreesmann in der Werkstatt seit Jahrzehnten gedrechselte Stühle und Tische fertigt, erledigt Ehefrau Hildegard das Binsenflechten – alles reine Handarbeit. Die Binsen kommen aus der Haseldorfer Marsch, Schleswig-Holstein.

Neben Binsenstühlen, auch für Kinder, werden auch Stühle mit Rohrgeflecht – Schale vom Bambusbaum – hergestellt.

Das Drechslerhandwerk ist nachweislich eines der ältesten Gewerke der Erde, gedrehte Gegenstände wurden bereits vor mindestens 3500 Jahren gefertigt. Trotz der nachfolgenden starken Ausdünnung der Drechslerbetriebe hat sich bis heute das Drehen mit der Hand erhalten und stellt nach wie vor eine wichtige Ergänzung in der Holzbearbeitung dar. Enkelsohn Tobias ist Tischler, hilft tatkräftig mit und wird zu gegebener Zeit in die Fußstapfen seines Opas treten.

Die Binsen- und Rohrgeflechtstühle werden überwiegend deutschlandweit ausgeliefert, aber auch in Australien oder Teneriffa sitzen Menschen auf Binsenstühle aus Hollwege. Und demnächst wird sich ein Einschüler in Dänemark auf seinen eigenen Binsenstuhl aus Hollwege setzen können, den gerade die Großeltern abgeholt haben. Binsen- und Rohrgeflechtstühle aus Hollwege, oftmals auch mit Namen versehen, sind schon etwas Besonderes, weil allesamt handgearbeitete Unikate. Nähere Informationen bei Familie Dreesmann, Telefon 04488/3244.

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